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Indische Ethnologen und Bevölkerungsexperten zeigen sich besorgt um die Überlebensmöglichkeiten von sechs kleinen Bevölkerungsgruppen. Von den 550 Inseln der Andamanen und Nikobaren sind 30 bewohnbar. Auf ihnen leben seit tausenden Jahren Bevölkerungsgruppen mit afrikanischem bzw Malayiischem Hintergrund, die beinahe völlig außerhalb der indischen Gesellschaft stehen.

Ein Teil dieser Völker besteht aus Halbnomaden, die heute noch ganz ursprünglich von der Jagd mit Pfeil und Bogen leben sowie Früchte und essbare Wurzeln sammeln. Ihre Kleider machen sie aus Rinde und Blättern.

“Sie sind ein wesentliches Bindeglied zu unserer Frühgeschichte. Wenn sie untergehen, verliert Indien und die ganze Welt ein Stück der großen kulturellen Vielfalt.” sagt Ajoy Bagchi, Chef der indischen Volkskommission (?) für Umwelt und Entwicklung, der seit vielen Jahren mit der Urbevölkerung arbeitet.

Mindestens 7000 Menschen sollen auf den zwei langgestreckten Inselgruppen vor Burma und Thailand umgekommen sein. Den örtlichen Behörden ist es bisher nicht gelungen, alle bewohnten Inseln zu erreichen, um den Schaden einzuschätzen.

Von den 350.000 Bewohnern der Inseln gehören etwa 30.000 zu den genannten Bevölkerungsgruppen. Die malaiischen Nikobaresen sind mit ca 28.000 Menschen die größte Gruppe. Obwohl man befürchtet, dass viele von ihnen den Tod gefunden haben, ist dieses Volk nicht von der Auslöschung bedroht.

Umso größere Sorge gilt den Kleingruppen wie den Shompe, die nur aus ein paar hundert Menschen bestehen, den Onge (ungefähr 100), den Andamanesen (ca 30 Menschen) und den ungefähr 200 Sentinelesen, die jeglichen Kontakt mit der Außenwelt ablehnen. Mehr Hoffnung besteht für die weniger als 300 Jarawa, da diese an Berghängen leben.