AutorAndrea

RT @Groebchen: Harald @vilimsky gerade in der „ZiB“: „Victor Orbán ist ein Held!“ Daneben ein einsam klatschender Parteifreund & Politwappler. Irgendwie bezeichnend. #EU #Politik #Österreich

Die verdrehte Welt des Herrn Vilimsky. Wenn sich die Argumentation so absurd weiterdreht, brauch ich gleich ein Speibsackerl. #zib2

Karotten-Apfel-Sellerie-Saft. Wenn ich vor 7 aufstehe, kaufe ich seltsame Dinge ein.

Alltagsbloggen

Falls sich jemand über den Kuschelkurs hier wundert: nachdem man momentan fast überall und fast mit jedem über Politik diskutieren muss, habe ich beschlossen, hier im Blog derweil einen Gegenkurs zu fahren. Durchgeschaltene Twitter-Meldungen ausgenommen, gibt es hier derzeit nur alltägliche Geschichten aus dieser wunderbaren Stadt, die ich mir von den Blaumiesen ganz bestimmt nicht schlecht reden lassen werde.

 

Der frühe Vogel…

...wäre lieber im Bett geblieben.

Als ich aus der U-Bahn steige, ist es noch immer viel zu früh. Der Tunnelwurm erstaunlich bunt besetzt, nicht nur die üblich grauen Auf-Dem-Weg-Zur-Arbeit-Blicke und Mütter mit Kindern auf dem Weg zur Schule, sondern auch eine Gruppe Emo-Punks, die nicht einmal übernachtig wirken, ein glücklich lächelndes älteres Pärchen mit Strohhut und Strandsandalen, und drei Hundebesitzer mit einer wohlerzogenen, aufmerksamen Dogge, einem schlafenden Dackel und einem sehr neugierigen kniehohen Mischling.

Auf der Straße dann ein schmächiger Typ mit Nadelstreif, der, als er sich umdreht, ein rotes Anarchisten-A in Stencil-Optik auf dem Jackett-Rücken offenbart. Es hätte mich sehr interessiert, ob es das in den Fashion-Tempeln zu kaufen gibt, oder ob es sich um ein handgemachtes Statement handelt, aber es ist deutlich zu früh, den Mund aufzumachen.

Abseits der Hauptstraße scheint alles noch zu schlafen, dabei ist es doch jetzt schon halb acht. Nur beim Bäcker und beim Türken am Eck ist die Tür schon offen. Aus der Tür der Bäckerei kommt die Frau, die beim Türken meistens an der Kassa sitzt, mit zwei Bechern Kaffee. Belebender Cappuccino-Duft hätte mich beinah selbst einkehren lassen, aber woanders wartet ja schon Kaffee auf mich.

Um die Ecke dann ein Schreck: Auf der mittlerweile vertrauten Gstätten, womöglich der letzten solchen im 5. Bezirk, stehen Lastwägen und ein Bagger. Sie werden uns doch nicht die wunderbare Wildwiese zubauen?

Natürlich werden sie. So ein großes unbebautes Areal mitten in der Stadt, das ist zu wertvoll, um es brach liegen zu lassen, auch wenn die Wiese den ganzen Sommer lang wunderbar duftet und die Grillen nachts einen Hauch von Mittelmeer-Feeling verbreiten. Der Bagger hat sein Werk schon begonnen, die Wiese ist weg, es duftet nach aufgewühlter Erde und frisch gemähtem Gras.

Zu Hause dann überlegt, wie lange die Gstättn denn jetzt Gstättn war, aber wozu hat man ein Weblog: Es sind tatsächlich etwas über 11 Jahre.

Immerhin beruhigend, dass der Herr Bundeskanzler nicht in Nordafrika einmarschieren will. 😈

Momentaufnahmen

Zwei weiße Schmetterlinge taumeln herum, eine Hummel bumst gegen meinen Oberarm. Drüben am anderen Ufer bimmelt der Eismann, es gibt also Hoffnung, dass hier auch einer vorbei kommt. Ich bin hin und hergerissen zwischen der leichtherzigen Unschuld dieser Augenblicke und deren bitterlicher Vergänglichkeit.

Schwimmer von links nach rechts, Ruder-4er von rechts nach links. Oben kreist beharrlich ein rot-weisser Flieger, eine kleine Cessna vielleicht oder eher eine Husky, immer im gleichen Radius. Was die wohl macht, frage ich mich, vielleicht sucht sie etwas. Nichts Ernstes natürlich, das würden die Hubschrauber übernehmen. Oder sie fotografiert, aber was, Kreis um Kreis um Kreis über demselben Gebiet? Als sie nach einer ganzen Weile abdreht, bleibt es nur kurz leise, dann rottort ein Hubschrauber vorbei, und dann kommt wieder etwas Kleines, das ist aber sogar auf Flightradar und ist eine Dimona auf dem Weg von Neustadt nach Spitzerberg.

Derweil klingelt der Eismann auch auf meiner Seite. Ich überlege und nehme dann einen Kaffee. Ob es noch viele solcher Tage geben wird, frage ich mich, heuer wohl nicht, aber insgesamt hoffentlich schon. Tage, an denen mich am mittleren Nachmittag der unhörbare Ruf des Ufers aus der Wohnung zieht, fast magisch, in die U-Bahn und dann in den Bus und dann der Schritt aus dem Bus, hinein in die Sonne, die mit der neuen Brille nur mehr kurz blendet, bevor sie sich selbst verdunkelt und mir einen freien Blick auf die helle Gegend ermöglicht.

Die üblichen Verdächtigen liegen herum, man nickt einander zu oder grüßt leise. Neuzugänge, Fahrradfahrer, vorbeiwandernde Stock-Walker, der alte Mann auf dem Segway düdelt wie üblich auf einer Welle von Radio-Wien-Musik vorbei. Ich lege mein Handtuch aus und rutsche ein Weilchen umher wie die Prinzessin auf der Erbse, Stöckchen und Erdhügel gilt es, ergonomisch zu entfernen oder anzupassen.

Dann dieser wunderbare erste Schritt ins Wasser, das mittlerweile nicht mehr lätschert lauwarm ist, es fühlt sich wieder an wie ein klirrendes Geräusch auf der Haut, erfrischend und erschreckend gleichzeitig, aber im zweiten Moment schon ganz wunderbar.

So gehen sie hin, die zweieinhalb Stunden, die ich mir geklaut habe, ein Zigaretten da, ein Schlückchen Wasser dort, und dann, ja unbedingt, noch einmal schwimmen. Und noch einmal, auch wenn es schon nicht mehr sein müsste, von der Temperatur her, jetzt.

Denn wenn das Licht abendlich skandinavisch wird, zieht mit den Schleierwolken die Kühle herein. Jetzt ist es gut für heute. Noch ist der Sommer nicht vorbei.

Septemberhimmel

An diesem Sonntag noch einmal ans Wasser, und diese Entscheidung war gut. Noch einmal den Alltag abblättern lassen, noch einmal in der 21 Grad warmen neuen Donau schwimmen, noch einmal den Abend verklingen lassen in Strandstühlen mit Blick auf das pastellige Jetzt. Als die Menschenwelt mich einholt, reagiere ich ungehalten. Dafür ist unter der Woche schließlich Zeit genug. 

Nochmal ins Blau schauen

Dem gestern weniger gut gelungenen Batik-Stück mit etwas Blau auf die Sprünge geholfen.

Gruss aus den 70ern

Gebatikt hab ich auch seit meiner Kindheit nicht mehr. :)

Das Knie zickt…

... aber das Wochenende schaut trotzdem ganz gut aus.

Neue Brille!

„Um Armut zu bekämpfen, muss man nicht selber arm sein“, das wär ein Satz für alle zum merken. #kern #orfsg18

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