Jörg Albrecht: von Schläfe zu Schläfe [Phantombildschirm]
Wie steht er denn seltsam da? Erinnert mich an den einen Popmusiker, den einen uncoolen, der im letzten halben Jahr so in war. Fällt mir grade nicht ein. egal. Liest atemlos und viel zu schnell. Hat ja auch gesagt, er möchte am liebsten nur noch Musikvideos nacherzählen. Hm. Sterne, Kreuzberg und Boxen, die man öffnen will aber sich nicht traut. Enter. Ja, schon klar, Gleichzeitigkeiten, anderer Zugang zur Reizüberflutung. “Aus der schwarzen Box kein Echo” jenau. Seit wann darf man denn Effektgeräte in Klagenfurt? und Bilder an die Wand werfen?
Etwas psychedelisch, modern im Inhalt, rhythmisch teils lyrisch. Müsste also passen. Passt mir aber nicht. Seltsam. “Traum 2.0”? Auch das noch. Das letzte Drittel deutlich besser, liegt’s am Gitarrenloop?
Diskussion:
Heize: “Wo kommt der Stoff her?” – Das frag ich mich allerdings auch. Radisch wirft mit Heidegger und Medientheorien um sich. Ich geh Mal schnell Zigaretten holen. …und komme rechtzeitig zurück, um von Radisch Meditationskassetten empfohlen zu bekommen. Ist das eine ernstzunehmende Drohung?

Fridolin Schley: Unannehmlichkeiten durch Liebe (Auszug)
Ich mag keine Texte, die durchgehend in indirekter Rede ankommen. Aber das ist mein Problem, nicht das vom Text. Die Unwiederbringlichkeit der Vergangenheit in einer Beziehung… naja. Nicht gerade das frischeste Thema. Was mich an der Geschichte am meisten stört, ist dass ich sie trotzdem gerne höre.
Diskussion
Der verblüffendste Moment bislang, dass Nüchtern diesen Text positiv bespricht. Auf nix kann man sich verlassen.

Lutz Seiler: Turksib
Hat nette Augen. Führt uns in eine fremdartig-orientalische Welt, die möglicherweise atomverstrahlt ist. Dunkel. Interessant. Ein Text, der vorwiegend von der Sprache leben will, sollte allerdings nicht mit “vorsintflutlichen Blechkarossen” ankommen. …  Uhuh. Eine Faust, die einen Vers zerschlägt? Und ein Schienenstoßverursachter Schmerzenskuss? Der Text hat vielversprechend begonnen, wird aber immer und immer langweiliger, vom körperlichen Grauen mal ganz abgesehen. Da hilft die ganze sprachliche Kunstfertigkeit nichts mehr.
Diskussion
Radisch findet den Text großartig (war ja klar). “Tiefe und Vieldimensionalität”, Jahaaagähn. “Kafka ist nie ganz falsch.”, Nüchtern. “Man könnte diesen Text auch nach den Prinzipien einer Schwulen-Ästhetik lesen”. Boah, das reicht für heute.