Der zweite Tag. Linda Stift läuft im Videoportrait durch alle denkbaren Labyrinthe und liest dann einen Text über das Nach-Europa-Flüchten. Weiß nicht, ob meine Ratlosigkeit am Text liegt oder an der Müdigkeit.

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Mangold findet den Text ärgerlich und fühlt sich auf unlautere Weise unter Druck gesetzt. Jandl findet die Erpressbarkeit eine schöne Leistung der Literatur. Für Feßmann funktioniert das “wir” nicht. Sie meint, die Autorin müsste sich entscheiden, zB zwischen verfolgungs- und wirtschaftsflüchtlingen (finde ich nicht, das ist ja die idee des Textes, sich eben nicht zu entscheiden. Ob gelungen, sei dahingestellt.). Fleischanderl findet die Qualität des Textes in der Diskrepanz zwischen der erbärmlichen Realität und den erhabenen “wir” und verteidigt gekonnt gegen Mangolds Geschwurbel. Die Diskussion wird erstmals richtig lebhaft.

Ralf Bönt. Anruf bringt mich um Videoportrait und die ersten 5 Minuten. Autor liest im Stehen und hat eine angenehme Stimme. Ich mag aber keine historisierenden Physik-Texte mit menschlicher Note. “Ich fühle mich in historische Persönlichkeiten ein”. Sprachlich ist er gut, der Text. Aber er interessiert mich einfach nicht.

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Jury: Keller hat einen Kamikaze des Erzählens gehört und findet die Wahl des Photons als ich originell. Jandl ist vom Drehschwindel des Textes ergriffen und findet ihn, sprachlich misslungen. Fleischanderl auch, sie drückt es unerwartet blumig aus. Feßmann hat eingeladen und verteidigt. Mangold ist beeindruckt. Spinnen erklärt erst einmal, worum es geht. Sulzer (?) findet einen Rechenfehler. Der Autor erklärt Photone. Jandl findet unerträglich aufgebrezelte Sprache. Mangold verteidigt die Sprache. Szenenapplaus. Die Moderatorin quatscht zu viel.

Karl-Gustav Ruch, Schweizer. Bunte Nachbarschaftsgeschichte, leicht und luftig, gefällt mir, trotz ein paar Phrasenausreißern. Gegen Ende hin ein bisschen viel Immigranten und Araber. Schöner Schluss.

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Jury: Sulzer findet, Musikbeschreibungen im Text sind nicht akzeptabel. Spinnen fängt mit einem Tatort-Vergleich an und sieht das “Geräusch ohne Geschichte” als Leerstelle, die eher nicht aufgeklärt hätte werden sollen. Daher Text nicht gelungen. Feßmann findet die Sache mit der Wand sehr schön und erinnert sich an Günther Eich. Keller sieht das Gebäude als “Gesamthotel Welt”, hätte aber ein bisschen gekürzt. Mangold sieht nur Abziehbilder und nennt den Text Trivialliteratur. Jandl hat eine Kammeroper gehört und zieht den Vergleich zu Platos Höhle. Er findet die literarische Hürde nicht hoch, aber weit übersprungen.

Klagenfurt diskutiert über den Kopierschutz. Ich geh duschen.