Jemandem mitteilen wollen: “Manchmal bist du zum knutschen!” und es dann nicht tun, weil es ja völlig falsch ankommen könnte; der Inhaltswandel des Wortes “Knutschen” von teenagermäßig bedeutungsschwangerer Hoffnung zu zielloser Sympathiebekundung muss ja nicht bei jedem vollzogen worden sein. Minutenlang nach einem anderen Wort gesucht; “drücken” drängt sich auf, wohl wegen der vielen dämlichdeutschen Fernsehfilme, aber abgesehen davon dass ich dieses Wort in dem Kontext ohnehin hasse, hat es so einen Beigeschmack von Ernsthaftigkeit und Schmerzlinderung, der in meine Mitteilung nicht hineingehört; “knutschen” ist zwar auch ein nicht sonderlich schönes Piefke-Wort, würde aber immerhin den das übermütige Grinsen ausdrücken, das ich angesichts des überschwenglichen Auslösers im Gesicht hatte. Zumindest für mich würde es das ausdrücken; aber für jemand anders drückt es wahrscheinlich ganz etwas anderes aus; es ist ein Kreuz mit den Wörtern, vor allem mit den jüngeren. Mit den anderen aber auch, für mich zumindest; da oben nach neuer Rechtschreibung “überschwänglich” zu schreiben, konnte ich mich einfach nicht überwinden, weil das mit dem “ä” so üppig & vulgär aussieht, ungefähr wie Schunkeln auf dem Oktoberfest, während dasselbe Wort mit “e” eher an Scarlett O’Hara denken läßt, die sich ihrem Rhett wohlfrisiert und elegant an den Hals wirft; aber das nur am Rande. Jedenfalls dann beschlossen, gar nichts mitzuteilen und das auch nicht schade zu finden.