Es wirkt auf mich immer irgendwie belebend, durch eine fremde Stadt zu spazieren – auch wenn es nur St. Pölten ist. Weniger belebend wirkte, dass der ICE “www.stimme.at” für die 60km Strecke über 80 Minuten braucht statt der normalen 40. Auch dass die ÖBB ihren Zügen jetzt offenbar keine klingenden Künstlernamen mehr geben, sondern sie als Werbeträger taufen lassen, ist irgendwie trist. Gar nicht trist war dagegen der gestrige Abend, auch wenn er gegen Morgen zu eher düster wurde. Mit ein Grund, warum ich im Zug nicht den neuerworbenen Paul Auster las, ein anderer Grund dafür waren die Mitreisenden, in deren Gesichter man beim Aufblicken von so einem Buch nicht unbedingt schauen möchte. Zum Glück hatte ich auch noch einen schwedischen Krimi dabei, in dem der Kommissar mit seiner Freundin philosophiert, dass “jeder zum Mörder werden kann, wirklich jeder”. Der leise schnarchenden Omi im Eck hätte ich einen Mord glatt zugetraut. Möglicherweise kam sie aus Laubenbachmühle.