Frauen-Power?

Am Zigarettenautomaten hinter mir ein Pärchen, Altersklasse „vielleicht-gerade volljährig-geworden“.

Er (leichter, nicht näher zuordenbarer Süd-Akzent): „…denkt der, er könnt meine Freundin anmachen, oida, doch ned mit mir!“
Sie (sehr wienerisch, sehr laut): „Oida! Hoits Maul!“
Er: *verblüfftes Schweigen*
Sie: „Wenn des nächste Mal ana ane in di Goschn kriagt, dann von mir, is des klor?“

(Ich sah zu, dass ich weg kam.)

(Aus den Alleebäumen jubilierte eine Amsel, mitten in der ersten Februarnacht, unter dem fast vollen Mond.)

Aufgeweckt

Beim Hofer. Ein Vater mit Kind im Volksschulalter beschließt, den Wochenend-Einkauf gleich pädagogisch zu nützen.

Vater: Schau, da gibt es zwei Tafeln Schokolade, eine große und eine kleine. Die große hat 150 Gramm und kostet 1,89. Die kleine hat hundert Gramm und kostet 1,29.
Kind: tänzelt gelangeilt herum
Vater: Also, wenn wir jetzt wissen wollen, welche wirklich billiger ist… (überlegt sichtlich, wie er den komplizierten Sachverhalt ans Kind bringt) …also dann müssen wir uns zuerst ausrechnen, was ein Kilo von der Schokolade kostet.
Kind: tänzelt noch immer
Vater: Also, wenn 150 Gramm 1,89 Euro kosten, dann kostet ein Kilo, also, da müssen wir zuerst… tiefe Falten zeichnen sich auf seiner Stirn ab, vermutlich wünscht er, er hätte nie mit dem Thema angefangen …also, ein Kilo von der Schokolade, das sind…
Kind: Ein Kilo kostet 12,60.
Vater, verblüfft: Aha, wie hast du das gerechnet?
Kind, gelangweilt: Das steht auf dem Schild, Papa.

Nein!

Im Supermarkt, an der Kasse. Die Schlange stockt, weil die Kassierin mit irgendeinem Ding weg ist, um dessen Preis herauszufinden. Vor mir eine ältliche Dame, vor ihr eine Mutter mit Kind (geschätzte 3-4 Jahre) im Buggy .

Die ältliche Dame zum Kind: “Eieiei, du bist aber lieb!”
(Kind guckt, als würde es gleich zu brüllen anfangen)
äD: Wie heißt du denn?
K: (schaut verzweifelt mich an)
äD (süßlich): Bist du ein Bubi?
K: (sehr bestimmt) NEIN!
äD: Also bist du ein Mädi?
K: NEIN!
äD: Also entweder du bist ein Bubi oder du bist ein Mädi.
K: NEIN!
äD (zur Mutter): Was ist es denn?
M: schüchtern.
äD: Ah so, na, dann bist aber ein Mädi, gell?
K: NEIIIN (jeiert)
M: Jetzt ist aber genug. (dreht den Kinderwagen um)
äD: Nein!

(Schweigen breitet sich aus)

Socialnetworking ist Zeitverschwendung

– “Ich versuch seit Tagen, $alterFreund zu erreichen, aber der hebt nicht ab. Hoffentlich gehts ihm gut.”
– “Ich denk schon. Er ist grad in Kanada.”
– “Wie, Kanada?”
– Hat er im Facebook-Status geschrieben, nicht gesehen?”
– “Facebook? – Hab ich keine Zeit für.”
– “Aber für tagelange Telefonversuche schon?”
– “Ich hätt’ ihn halt was fragen wollen.”
– “Na, auf DMs antwortet er sofort.”
– “Wenn er sich fürs telefonieren zu gut ist, will ichs gar nicht wissen.”

Paradox

– Sie gibt sich für einen Mann aus, der sich als Frau ausgibt.
– Was?
– Na, sie nimmt sich einen weiblichen Nickname, und wenn dann alle Typen im Chat sie anflirten, sagt sie “Reingefallen, ich bin eigentlich ein Typ.”
– Und wozu soll das gut sein?
– Damit die Leute merken, dass man im Internet niemandem vertrauen kann.