KategorieDialoge

Mhm…

…oder: Sätze, die ich vor ein paar Jahren in einer alltäglichen Konversation nicht zu hören erwartet hätte:

E: Ach weisst Du, ich hatte einfach Lust, ein bisschen spazierenzufliegen.

Surrealismus im abendlichen Treppenhaus

(Nachbarin 1 von oben nach unten, Nachbarin 2 von unten nach oben. Ich am Gangfenster, mit der Kamera auf Wolkenjagd.)
Nachbarin 1 lauthals: “Guten Morgen! … Äh… ” (schaut auf die Uhr)
Nachbarin 2: Des mocht nix, I hob die Butter vergessen.
Beide verstummen und schauen mich an.
Ich: “Guten Tag!”
Nachbarin 1: “…Abend.”
Nachbarin 2 (schon im Weitergehen) “Jojo, des Leben wort ned auf uns.”

Der Unterschied

“Der Unterschied zwischen ‘unserem’ Kuba und ‘unserem’ Marokko ist”, sage ich zum Sufi nach einer viel zu langen Videodigitalisierungs-Session, “…dass Marokko auf unseren Aufnahmen völlig menschenleer erscheint, Kuba dagegen, das wurlt nur so von Menschen.” – “Klar, ” sagt der Sufi, “könnte man aber ebensogut umgekehrt filmen.”

Hm.

Marokko, voller Menschen, klar, kein Problem. Aber Kuba leer, und nur Landschaft? Das muss er mir erstmal vorfilmen.

– “Ich muss viel älter sein als du!”
– “Warum?”
– “Ich erinner mich an viel mehr.”
– “So gesehen schöpf ich wieder Hoffnung”

– “Das haben wir schon ausdiskutiert”.
– “Ja. wortlos.”

The true Power of Google, vermutlich

Im Supermarkt. Zwei eher ältere Männer in Arbeitsoveralls:

M1: …ja, I wass aa ned, des hot der mir gsagt, aber I glaub’s ned recht…
M2: Kummst nocha mit zu mir, mei Bua hot do so a Programm im Computer, do brauchst nur a Wort eingeben, und der sogt da olles, wos es dazua gibt.

Diese Marktforschungsanrufe…

…nehmen auch überhand. Natürlich können die armen Telefonistinnen im Grunde nichts für ihren öden Job, aber nerven tun sie trotzdem. Und als heute das Telefon läutete, hatte ich gerade gar keine Lust, freundlich zu sein…

Das Telefon: *düdedldüdeldüdel*

Wieder mal keine Nummer angezeigt. Aber da ich ja Freunde habe, die wert auf ihre Geheimnummer legen, kann’s eigentlich nur einer sein… und der hat selbst keinen Computer und will, wenn er um die Zeit anruft, meistens nur das Eine.

Das Telefon: (nochmal) *düdedldüdeldüdel*
ich: habe fertigüberlegt und melde mich “Computersklavin bereit zum Email-Diktat. Einen wunderschönen guten Morgen.” (Es ist 13:24.)
das andere Ende: [kurze Pause] “Guten Tag, hier ist das Marktforschungsinstitut sowieso, wir machen gerade eine Umfrage zum Thema Weihnachtseinkäufe…”
ich: (seufz) “Ich bin kein Markt. Forschen Sie woanders.”
das andere Ende: [nicht ganz so kurze Pause] “Ach… aber sie kaufen doch ein?”
ich: “Ja, aber kein Weihnachten.”
das andere Ende: [etwas längere Pause] “Es geht um die Weihnachtseinkäufe. Hätten Sie vielleicht 10 Minuten Zeit?”
ich: “Ich kaufe keine Weihnachten. Und Zeit habe ich auch keine.”
das andere Ende: [verwirrtes Atmen]
ich: “‘wiederhören.”
der Telefonhörer: tut-tut-tut *klick*
ich: kichere immer noch leise vor mich hin.

 

Heimwerken

Sätze, die ich den Sufi ungern sagen höre, wenn er eine Bohrmaschine in der Hand hält:

Ob da eine Leitung lauft, merk ma dann eh.

– Dachtest du, es würde immer so weiter gehen?
– Natürlich, was sonst?

[Schade, dass ich gerade keine Zeit habe, um diesen zehnseitig handschriftlichen History-Clip einzutippen]

Draußen, am Gang

– Grüß Sie! Was gibt’s neues?
– An neuen Papst hamma.
– Und wie haaßt der?
– Benedikt.
– [Pause] Wer is des?
– Na, der deitsche då, wie haaßt er?
– Ah, I waaß scho, der Dings, der…
– Ratzlinger!
– Ah jå. Najå.
– Jo, I waaß ah ned.  Wiederschaun!

Ich sagte “Knackarsch”, nicht “Knarr-Arsch”!

Telefonat 2005

Ich komme vom Einkaufen zurück und sehe “1 Anruf in Abwesenheit” auf dem Display. Rufe die Nummer zurück, und…

– Wo warst du? Ich hab dich nicht erreicht.
– Nur kurz einkaufen, hab das Handy vergessen. Was gibt’s denn?
– Ach nix, ich wollt dir nur sagen, dass xxx im Fernsehen ist.
– Na, das hätt’ ich beim Billa eh nicht sehen können.
– Ja schon, aber ich wollt’s dir vorhin sagen, nicht jetzt.

Im Kopf

C1: Also manchmal schießt du mit deinem zynischen Hyperrealismus weit übers Ziel hinaus.
C2: Sicher ist sicher.

Aus dem Beisl gegenüber dem Zigarettenautomat…

…kommen zögerlich 2 Typen.

Der Eine: Gemma no zum Rudi auf a Seidl zum Vollmond?
Der Andere: A geh – du gehst nach’m Vollmond?
Der Eine: I ned, aber mei Duascht.

[Das Beisl heißt übrigens “Klapsmühle”. Anm.v. Sufi]

3 Uhr früh

Durchs Fenster eine Stimme, weiblich, künstlich weinerlich, sehr laut:

Ich will jetzt nicht wissen, was passiert, wenn man Quarks trennt!

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