Lichtblicke und Verzweiflungen (Journal #73)

Müde. Nasswetter. DSGVO. Nachrichten. Scheißtelefonate. Reisevorfreude. Handydisplaykaputt. Ratlosigkeit. Trumpery. Schlafmangel. Schulschießereien. Facebookfrust. Kunstlosigkeit. Weiterstricken. Chaoswohnung. Dienachbarnstreiten. Mirfehltnocheineseite. Twitterlust. Erdnusseis. Füllfeder. Bauchschmerzen. OhgottdaisteineMOTTE. Startrek. Erdbeeren. Ichmussnochdiewäschewaschen. Träume. Alpträume. Meerträume. Leerträume. Räume. Unräume. Soweitweg. Unterderdecke. Grauverläufe. Joghurt. Macroglück. Surreales. Urreales. Kaltfüße.

Schönegrüße!

100 x 100 (12)

Sonne. Regen. Sonnenregen. Die plötzliche und unerwartete Brillianz eines Hochglanz-Bildschirms, gegen die die Echtwelt-Farben geradezu verblassen. Effizienz mit zarter Note. Weich bleiben, ruhig bleiben, ich selbst bleiben. Am Fenster bricht sich das Sonnenlicht, das sich beharrlich durch die dramatisch dunklen Wolken drängt. Ein Kampf am Himmel, Staubglasgefiltert. Eine körperlose Stimm: „…wunderbarer, positiver Stress…“ – Laut den Kopf schütteln vor lauter Ungläubigkeit. Ich kann gut schwimmen, aber das Meer nimmt kein Ende. Einmal müsste dann doch auch wieder. Eine Hängematte. Am Strand. Die Bilder wegblinzeln. Weitermachen. Freundlich schweigen. Vorsichtig reden. Am Ende bleibt ja doch nur wieder ein bunter Haufen Papier.

Titel hier eingeben (oder auch nicht)

Die Hitzewelle, die sich gar nicht so heiß angefühlt hat, unterbrochen. Regen vor meinem nach allen Seiten geöffneten Elfenbeintürmchen, kühler Luftzug zwischen den Fenstern. Davor ein Seufzerl, zwei vielleicht. Oder mehr. Die Wange rau, wovon bloß? Rau? Blau? Blue? Blues?

Augustmond Vollhalbleer | Coming Home

Eine Verbindung mit youtube wird erst nach dem Klick zum Abspielen hergestellt. Bei Klick gilt die Datenschutzerklärung von Google.

Ach.

„Was ist geblieben von den wilden Pferden, außer ein paar Falten unter unseren Augen?“ fragt meine eigene Stimme von ganz lang her. Aber hej! Der Stolz ist geblieben!

Ach.

Ach was, aus dem Fenster auch damit, Stolz, Holz, Großkadolz und ein paar blaue Flecken, die letzteren sind zumindest echt zartbitter verdient. Stolz! Stolz ist nur ein anderes Wort für unflexibel, und wer will das schon sein?

Kühl ist es um die nackten Schultern, aber noch darf das Fenster nicht zu. Zu hungrig bin ich nach der Wirklichkeit, die draußen herumschleicht, so ganz allein. Morgen schon kommt wieder die große Wärme und deckt alles zu, was jetzt noch kühl und klar leuchtet. Morgen schon kommt der ungewöhnliche Alltag und trägt meine Scherben in eine andere Stadt.

Morgen schon ist vergessen, was gestern noch undenkbar war.

Staubsauger zum Frühstück

Die Kellerassel, die schräg über die Einfahrt läuft, unbeirrt, obwohl es aus Sicht eines solchen Winzwesens eine nicht enden wollende Steinwüste sein muss. Ich sitze am Randstein und rauche. „Du schaffst das“, sage ich zur Kellerassel, und sie hält einen Moment inne, als hätte sie mich verstanden. Die Nacht fühlt sich vorsichtig still an, Neugeruch und ein paar Regentropfen. Beinah auf Zehenspitzen gehe ich wieder hinein, obwohl das Haus (fast) leer ist.

Knäckebrot mit Kalles Kaviar. Nein danke, keinen Schinken, und ja, das muss auf Knäckebrot.

Gestern zum ersten Mal seit gefühlten Äonen beim Ikea, und natürlich das eine Ding vergessen, das ich beim nächsten Mal Ikea unbedingt mitnehmen wollte: Den Käsehobel.

Try again in 10 Years.

2 Tage Sommer

Tag und Nacht verschwimmen ineinander, genau so wie die Körperwärme mit der Luftwärme verschwimmt. Schlaf und Wachsein unterscheiden sich kaum voneinander. Dieses Glücksgefühl, und: gleichzeitig die Verzweiflung, weil man -ich- mehr daraus machen können müsste. Nur was? Darf das Glück nicht sich selbst genügen?

2 Tage nur. Morgen soll der Regen kommen.

 

#wienbeinacht

Es ist fast nicht kalt, und dennoch weht es etwas wie kleine Flöckchen an meiner Nase vorbei. Es ist fast nicht kalt, aber ich bin dankbar für meine Nichtganz-Handschuhe und das zugige Stirnband. Es ist fast nicht kalt, und es ist nicht weit bis daheim. Finde ich zumindest. Andere denken, 20 Minuten zu Fuss wären unerträglich hart.

Ist mir egal. Ich gehe. Zufrieden.

Es ist fast nicht kalt. Die Texte waren gut, die Gespräche spannend. Keine schrägen Blicke, keine wundersamen Gedanken. Fast. Es ist fast nicht kalt.

Fenster bleiben dunkel, verschlossen wie imaginierte Begegnungen. Die Stadt hüllt sich in gewohnt winterliches Schweigen, ganz ohne Schnee. Es ist fast nicht kalt, und bald wird es wieder wärmer. Ich bin fast zufrieden.

Die Stadt grinst mich an.

Just a Moment in Time

Ein Leben lang oder doch nur eine halbe Stunde? 40 Minuten vielleicht. Aus dem offenen Wald kommen Geschichten von allen Seiten. Von innen und von außen. Zärtlich, hungrig. Männlich, fraulich. Im Tal liegt das Dorf und weiß nichts von seinem Glück. Spinnweben hängen am Hochstand, das Unterholz nass noch vom Regen. Die Sonne, da, hinter den Bäumen. Mehr nicht.

Genug.

Kill It Kid – Tired Used Loved Abused

Eine Verbindung mit youtube wird erst nach dem Klick zum Abspielen hergestellt. Bei Klick gilt die Datenschutzerklärung von Google.