KategorieGezeiltes

Gelyrikt

Neu auf Sturmwarnung: [Ohne Titel]

Sturmwarnung: → Metamorphosen

3 Uhr früh

3 Uhr früh im neuen Jahr &
die Party zerstreut sich. Ich
bin beschwipst, nicht besoffen.
Vielleicht werd ich nicht
gscheiter, aber älter
werd ich doch.

3 Uhr früh. Das Geballer
hat sich gelegt, es ist fast

still

Nur hier und da noch
ein Knallerchen, fast
wie versehentlich.

Meine Jean ist nass
überm Knie, das
kommt nicht vom Bier nicht
vom Wein nicht vom Wasser

Das kommt davon, wenn
ein junges Hunderl zufrieden
einschlaft.

Ein nasser Fleck, den man
mit hundemütterlichem Stolz
heimtragen kann. Aber

kalt ist es doch.

Ich bin. Zufrieden
mit dem Abend, und
fast nicht versucht, in
die Jugokneipen zu fallen,
in denen noch immer
gesungen wird

live

ich gehe vorbei. Es ist
schon fast vier. Bin
bald zu Hause.

Zuversicht.

 

flaschenpost

Flaschenpost . Moved

Hochseilakt

moved

Abwesenheit

Du bist gegangen.

Wind im Kamin, wie
das selbstvergessene Schweben
einer Hammondorgel.

Dein Geruch,
deine Wärme
unter der Decke

sehnsüchtige Erinnerung an deinen
Körper, der eben noch
lustvolle Gegenwart war.

Draußen, die Nacht.
Ist nicht kalt. Sie ist leer.

Lebendige Märzluft unter
verschleiertem Jännermond

Ich ziehe durch die Stadt, um
deinem Fehlen zu entkommen.
Es ist still.

Aus einem einzigen Fenster rinnt
geschäftig trunkene Geselligkeit
echot zurück von den leeren Scheiben
gegenüber.

Die Wolken ziehen nach Süden.
Wo wir beide nicht sind.

Du bist gegangen.

Ich habe
nichts gesagt.

Kein Wort.

[moved] jenseits von lala-land

→ Sturmwarnung

today. words & pics

cold, cold day

ACROSS

fog in my mind &

on the way to

beach

a strange place

.

hope for a moment there

but then

maybe not

.

no time to think

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back in town

a moment of peace while

ghana kicks off against mali

on tv

and the cappuccino is, well,

it is just right. not perfect.

but perfect would be wrong

.

could have stayed

vanished in my

own personal nothingness

.

reinvented

myself

instead

.

as I always did

.

and it worked

.

as it always did

.

empty

.

then no magic, just

a few words

.

feels like

coming home

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in the mirror of 3 lost roses

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thanks for reminding me

my strange friend

.

Yes, I do exist

Radiohead Exit Music live (high audio quality)

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[originally titled: sprachnot]

Kalt

kalt.
aus warmem Doppelbett
Richtung Elfenbeinturm
Kinn an der Brust,
Blick zu Boden.
kalt.
Gummibaumblätter
halbe Semmel
Taubenfedern
Eisplatten
Schneereste
kalt.

Mehr Kaffee jetzt!
zweite Tageshälfte:
arbeitsam

Hier und jetzt

Hier und jetzt
meine Augen folgen Bildschirmzeilen
Wozu noch, wo ich doch müde bin?
Finde etwas wie ein Gedicht
Zeilen fast wie aus meiner Welt

Hier und jetzt
meine Augen folgen Bildschirmzeilen

(das ist ein Zevenaar. Hab ich bei Claudia gelernt.)

versprochen, gebrochen

ein suchscheinwerfer tastet den himmel ab
irgendwo über der donau richtung kahlenberg
hinter rinnendem glas seltsam nah in der ferne

abwärts im ersten stock ein katzenkratzbaum aufgegeben
lädiert; auch die lampe im erdgeschoss ausgefallen
nur die alte haustür hat einen frischen halbton in den angeln

draußen die luft schneidet februarkalt in die lunge
aufrecht geht es sich besser, mit winterende in sicht
stolz “du gehst vorbei!” sagen zur kalten brise

das große Runde sieht aus, als wollte es nicken dazu

History Clip (ein alter Zettel ohne Datum)

History Clip – moved

Eclipse

diese sonnenfinsternis
kehrt den lauf der zeit um
sagt jemand,
zufrieden

meine hand an
einer wange, es
fühlt sich
feucht an

längst vergangene zukunft
steigt auf aus dem meer

“das sind keine tränen”
die stimme vertrauter
als das gesicht

herr gades tanzt
schwingt eine frau
in rotem kleid
über spiegelnd
polierte steine

schwarzer sand, das
ist nur wegen der sonne
die hinter dem mond
bleibt, viel zu lange

es ist nichts
weiter, es ist
ein arm ein gesicht,
es ist warm

wir schweben über
den platz, die frau
im roten kleid lacht
und küsst den tänzer

fremdes leben,
andere welt

postkartengruss

schwarzgekleidete frauen
vor der kirche, ein
kerzenmeer, sie
beten im chor

lichtreflexe in
den augen, ein ring
sie trägt ein kind

ich lehne an der mauer,
eine hand tastet nach
meiner, ich
lasse es zu

das meer steigt, die
tänzerin rafft ihren rock,
unsicheres lachen,
das beten wird lauter

lippen flüstern
hauchnah an meinem ohr,
“das sind keine tränen”

vorsichtig wische ich
die lüge weg, der weg
ist jetzt frei

drüben an der kirche
leckt das meer
zischend die ersten
kerzen aus

(heute) nachrichten (statt arbeit) – (die welt und ich)

immer mal wieder
die frage wieso
man eigentlich aufsteht,
morgens oder
was man eben so
morgen nennt

ohnehin immer das gleiche
rundherum, besser
wird es auch nicht

wieso nicht einfach
liegen bleiben einen tag
nicht lesen nicht schreiben
nichts tun und
nichts lassen

denken, dass
man so etwas nicht denkt
wenn draußen warm
die sonne scheint

abstossend alltäglich,
abhängig zu sein von
unbeeinflussbarer umwelt

regen, regen fällt auf die welt
kann aber nicht behaupten
dass ich nichts dagegen habe

sollte mich dennoch
nicht beschweren,
anderswo ist mehr grund
dazu. 12 millionen
auf der flucht oder
eingeschlossen vom
wasser; svt sprach
gestern von 8 millionen
obdachlosen, mal tief

atmen und denken
ganz österreich
ohne dach

die meteorologen
sind aber nicht
schuld
, das ist nur
die geschichte mit
der nachricht und dem boten,
sie wissen schon.

in schweden haben sie
ja auch eine kleine
überschwemmung
, klein
im vergleich zu
indien, also.

ähnlich wie oben
im kamptal vor
zwei jahren, jemand
hätte einen see
früher ablassen
sollen, die pumpen
zu wenig und
zu schwach, das
fernsehen deckt auf
politiker reden wichtig
in die kameras
die anrainer nicht, die
schöpfen wasser aus
kellern mit eimern

wie lange schöpfen sie
hier? bis es leer ist, der
mann mit dem eimer
lacht dabei; nur die
nachbarin mit dem
deutschen akzent
murmelt etwas von
katastrophe und hat
tränen in den augen dabei
zufall oder mentalität,
man weiss es nicht, ist
ja auch nur fernsehen,
full screen im internet.

drüben in am erika
denkt aber keiner über
kyoto nach, sondern nur
über whoopie goldberg’s
bush
, nachdem sie ihn
mit dem bush der nation
verglichen hat, ein
vergleich, der nur zu
ihren gunsten ausgehen
kann. von hier aus
betrachtet. drüben ist man
entsetzt, ja schockiert. nur
ein einsamer spassvogel
bemerkt, so etwas wäre
längst fällig gewesen, wenn
‘man sich als “bush” noch
einen “dick” ins office holt.’

ach, was haben
wir gelacht. von
hier aus betrachtet. wir
sind ja überhaupt sehr
lustig, außer wenn man
uns etwas wegnehmen will,
die feiertage
zum beispiel oder die
pension. darüber
lässt sich diskutieren,
wohingegen man bei
so einem kleinen
päderasten-skandal
auf die idee kommen
könnte, die mehrheit der
österreicher teile die meinung
des unerträglichen, das
gehe sie einen dreck
an
. wenn aber
wider erwarten
die sauerei nicht
im schlamm verläuft
und der dicke gehen
müsste, dann müsste
man st.pölten in
‘schweinfurt’ umbenennen
kichern sie im forum, ha
ha. ein lustiges völkchen,
wie gesagt.

weniger lustig, schwache
überleitung aber hier
versiegt der assoziationsfluss
anlässlich eines aktuellen
rss-eingangs, weniger
lustig die erlebnisse des
schwedischen guantanamo-
gefangenen, der nach 2 1/2
jahren wieder ‘nach hause
durfte; zweieinhalb jahre
ohne namen ohne zeit ohne
aussenkontakte in einem
gitterkäfig, nach 6 monaten
ungefähr, sagt er, nach 6
monaten täglichen verhörs
mit täglich den gleichen
fragen und antworten hat er
beschlossen zu schweigen,

sagt er, es war ohnehin alles
gesagt viele male, sagt er. statt
dessen hat er begonnen, mit
gott zu sprechen, vorher war er
nicht sonderlich religiös,
sagt er. man hatte ihm
immerhin ein exemplar
des koran gegeben, in
schwedischer sprache, etwas
anderes zu lesen gab es
nicht. schweigend stunden
lang gefesselt im eisgekühlten
verhörsraum, zurück in der
drahtzelle nichts als eine pritsche
einen eimer und den koran. da
muss man wohl mit gott
sprechen. ist ja sonst
keiner da. es gab, sagt
im tv die aussenministerin, schon
anzeichen dafür, dass dort
gefoltert wird, aber, sagt sie,
bei ihrem besuch in
washington hat man ihr
versichert, dass das
nicht der wahrheit
entspricht, sagt sie. wer
würde auch daran zweifeln,
was die us-regierung sagt.

der schwede mit
algerischem familien
background lebt jetzt
übrigens an einem
geheimen ort, bewacht
von der säpo, der
schwedischen sicherheitspolizei
– hier unterdrückt der guillou
leser ein schnauben –
weil nach seiner
rückkehr reichlich
drohbriefe kamen, für so
einen wie ihn hätte die
regierung kein flugticket
zahlen dürfen, man würde ihm
das schon beibringen. er sass mal
im gefängnis, wegen diebstahls,
so einer kann dann auch ruhig
im lager verschimmeln, ganz
ohne prozess meinen sie wohl.

solche meinungen gibt es
ja auch bei uns.

hier möchte man, möchte
ich schliessen und aufgeben,
zurück ins bett, bis
wenigstens der regen aufhört,
der rest hört wohl nicht auf
heute nicht und morgen nicht
und überhaupt, aber so
geht’s ja auch nicht, findet
man denn nichts
hoffnungsfrohes als
gegengewicht? nein,
bestenfalls absurdes.

in der wilden
südsteiermark
hat man nämlich
einen mafiaboss
verhaftet
, auch so eine
unart, jede kriminelle
vereinigung automatisch
zur mafia zu machen.
egal. und dass der erste
satz des artikels ihn sowohl
auf der flucht als auch
auf dem weg in den urlaub
vermutet, ist schon
wieder nur mehr semantisch
interessant. wahrscheinlich war er
auf der flucht in den
urlaub. nach kärnten?

selber wäre ich reif
ohne ein zweites mal
nachzudenken, nach
griechenland zu flüchten,
ganz so wie
damals. wären da nicht
die blöden spiele, ich
glaube ich wäre
schon unterwegs.

weg vom regen, vom
schirm, weg von
den nachrichten.

weg.

wieso nicht einfach
woandershin, nein.
nirgends anders lockt.

& fragen sie nicht
warum sie das jetzt
auch noch hier
lesen müssen, was
überall steht,
sie müssen ja nicht.

& fragen sie nicht
warum ich das jetzt
gezeilt habe

um es etwas ferner
zu halten vielleicht
oder auch nur weil
gerade zeit war,

ein gedicht
ist es nicht.

Tag. Traum.

Die Bäume sind unruhig,
greifen mit nochschwarzen
Fingern die erste Ahnung
von Wärme aus dem Blau

Schnee weiß, unbeirrt,
auf den Wiesen. Nur von
den dunklen Dächern tropft
es, rinnt, plätschert
wie flüchtendes Leben.

Jetzt eine Hand

nein, nur
zwei Finger, die die
Grenzen der Wangen
ertasten. Gleich
ziehen sie
eine Spur aus
ungesagten Worten
über die Stirn.

Für Lippen
wär es draußen
noch zu weiß.

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