…and the winner is…

Die unglaublichen Massen an Kommentaren haben die Auswahl natürlich schwer gemacht, aber nach reiflicher Überlegung erkläre ich hiermit Herrn Schlabonski zum Sieger. Meine Vermutung ist ja, dass der hintergründig um die Ecke gedachte Titel alle anderen Kommentarwilligen so eingeschüchtert hat, dass sie sich gar nicht mehr ran trauten…

„Früher mußten Sportwagen vor allem klein und leicht sein.“ Seine Kinder glaubten ihm kein Wort.

Jedenfalls: Weiter geht’s in Schlabonskis Welt!

Der Freitagstexter

Nachdem mein tatsächlich etwas vertrockneter Ohrwurm-Schmäh drüben bei boomerang auf Gefallen stieß, darf ich diesmal weitermachen. Juhu! Ich grüße meine Familie, meine Freunde und… oha, falsches Mikro! Anyway:

Der Freitagstexter ist eine in Internetjahren gerechnet bereits uralte Tradition. Die Regeln sind einfach: Es gibt ein Foto, zu dem euch, liebe LeserInnen, ein cooler Titel oder Kommentar einfallen sollte. Das gilt bis Dienstag, 24.7. um Mitternacht. Am Mittwoch wähle ich dann, ganz subjektiv und ohne Einspruchsrecht, den Siegerkommentar. Und der oder die glückliche Bloggerin darf dann nächste Woche weitermachen. (Angeben der Blogadresse nicht vergessen!)

Ausführlichere Regeln und einen kurzen historischen Abriss gibt’s beim Wortmischer in der Gedankenschmiede. Aktuelle Entwicklungen auf Twitter.

Aber genug der Worte, hier kommt das Foto! (mit freundlicher Genehmigung des abgebildeten Flyingsufi)

Ich freu mich auf eure Ideen!

Kein Text (Journal #78)

Ich möchte gern so vieles über vieles schreiben, aber es passt hier nicht rein. Ich brauche wieder ein heimlicheres Weblog, denke ich nicht zum ersten Mal, aber die Zeiten sind halt irgendwie auch vorbei. Die Zeiten, in denen noch nicht jeder Account mit einem Realnamen vernetzt war, in denen alleine die Texte mit den vertrauten Nicknames den Weg durch die Nacht erleuchtet haben. Als ein Text noch für sich leben durfte, ohne den Kontext all der persönlichen Beziehungen rundherum. Das Internet hat sich verändert, ist zur Marketing- und Egomanie-Maschine geworden, und natürlich muss man ehrlich genug sein,e einzugestehen, dass man daran selbst mitgebastelt hat.

Baba Evernote, Hello Notion?

Seit mittlerweile 12 Jahren pflege ich meine ufer- und feldlose, allumfassende Lebens-, Arbeits-, Kunst- und Ideendatenbank in Evernote. Am Desktop, am Fon, im Web hat mir Evernote vieles leichter gemacht, vor allem wohl deshalb, weil durch die mächtige Suchfunktion eine Vororganisation fast überflüssig wurde, was meinem Lebens- und Arbeitsstil durchaus entgegenkommt. Ich habe den Elefanten mit dem Untertitel „your second Brain“ unzählige Male weiterempfohlen, habe ihn zwar auch schon früh kritisiert, aber meistens eher verteidigt, egal, ob es nun um Funktionsverirrungen, Bugs oder die fehlende Integration von Benutzerwünschen ging, oder gar um die Preisgestaltung. Ich war, über die Jahre betrachtet, nicht immer glücklich, aber im Endeffekt doch lange Zeit sehr zufrieden.

Erst in den letzten Monaten schlich sich zunehmendes Unbehagen ein. Erst kam es über die Support-Kommunikation, die – selbst für zahlende Benutzer – an (wie es aussieht unbezahlte) „Evernote Gurus“ ohne Zugriff auf irgendwas ausgelagert wurde, was bedeutete, dass man erst einmal 3 Mails mit irrelevanten Informationen austauschen musste, bevor ein „echter“ Techniker sich überhaupt einschaltete. Dann häuften sich die lästigen Bugs. Augenscheinlich leere Notes, die ihren Inhalt partout nicht in der Desktop-Version preisgeben wollten (im Web und Android aber durchaus vollständig waren). Verzögerungen beim Suchen, die nach jedem getippten Buchstaben reichlich Zeit zum Kaffeekochen, -trinken und schließlich auch noch Häferlabwaschen boten. Synchronisationsfehler, die zu einem überfließenden „Konflikte nach Änderungen“ Notebook führten. Eine grottenschlechte neue pdf-Integration. Ein unsinnig herumhupfender Cursor. Und, am schlimmsten von allem: Kaum Kommunikation zu den genannten Themen von den Entwicklern. Neue Versionen brachten zunehmend mehr neue Probleme als Lösungen.

Ich bin im Grunde sehr nachsichtig mit meinen großen Lieben, aber EN hat die Grenzen im letzten Jahr mehrfach überschritten. Und ich suchte, anfangs hoffnungsfroh, dann zunehmend resignierter, nach Alternativen. Und fand immer dieselben Verdächtigen, mit denen ich mir allerdings nicht nur keine lebenslange Beziehung, sondern nicht einmal ein kurzes, heißes Techtelmechtel vorstellen wollte. Als da wären…

  • OneNote. Oida, ich schwör, ich hab’s wirklich versucht. Quasi bei jeder neuen Version wieder. Vor allem, weil so viele EN-Abwanderer so laute, begeisterte Loblieder davon singen. Aber dieses pickige WYSIWYG und ich, wir werden keine Freunde mehr, nicht in diesem Leben. Ganz zu schweigen von dem schon optisch unerfreulichen Pseudo-Notizbuch-Look, der technisch noch viel weniger aufgeht. Bevor ich Onenote verwende, druck ich mir lieber wieder alles aus und kauf mir einen Wandschrank. Oder 2 oder 3. Echt jetzt.
  • Google Keep. Ich mag den Look mit den vielen potentiell bunten Zetteln, und weil die Freude beim Anschauen ja doch auch viel Arbeitsfreude bringt, habe ich immer wieder damit rumgespielt. Eigentlich suche ich noch immer eine sinnvolle Aufgabe für die App in meinem Webuniversum, eben weil ich sie so gern anschaue. Aber unterm Strich ist es zu restriktiv. Dokumente nur über nackte Google Drive Links einbinden, pdfs gar nicht hochladen können, Notizzettel nicht crossreferenzieren können – da fehlt einfach zu viel.
  • Simplenote. Viel. zu. simpel.

Und dann noch eine Handvoll, die sowieso nicht in Frage kommen – weil Mac-Universum only, weil keine menschenlesbare Exportmöglichkeit, weil zu collaboration-orientiert, weil zu teuer, weil… noch ein paar andere Gründe.

Ich wälzte eigene Ideen und Lösungen. Google Drive würde mit ein bisschen Arbeit wohl fast hinkommen, liegt aber zum Organisieren einfach nicht gut in der Hand, obwohl schreiben und rechnen leiwand laufen. Dropbox Paper, ok, vielleicht werd ich alt, aber ich finds sehr unintuitiv. Oh, und: Die DSGVO! Wie halten es die Anbieter denn alle mit der DSGVO? Vielleicht muss ich mir ja jetzt wirklich mein eigenes privates Wiki basteln und NAS anschaffen?

Aber, oh! Bei meiner ungefähr 157. Suche im heurigen Jahr stolperte ich über Notion. Ich spiel jetzt ungefähr seit einer Woche damit herum, und es ist die eierlegendste Wollmilchsau-Verbindung aus Wiki, Datenbank, Dokumentenmanagement und Text Retrieval, die ich bislang gesehen habe. Verblüffend einfach trotz bereitstehender Komplexizität. Und ein Mekka für Markdown-Fans (Ich bin bislang eigentlich keiner, aber in dieser Umgebung werd ichs vielleicht noch). Optisch schlank, aber mit allen Völle-Optionen. Mit 4€/Monat für unlimitierte Einträge/Uploads billiger als Evernote. Und, für alle Fälle, ein bereitstehender DSGVO-Vertrag.

Natürlich hat mein Enthusiasmus eine vorsichtige Note: Wer weiß, ob dieser neue Player (wobei, die sind seit 2 Jahren am Start, ich weiß nicht, warum ich sie bislang übersehen habe) auch mit meinen > 22.000 Notizen umgehen können wird. Wer weiß, ob die für „bald“ versprochene Android App auch wirklich bald kommt. Und, ob es für Notion überhaupt auch eine ifttt- oder Zapier-Integration geben soll, ist derweil nicht geklärt.

Aber.

Es ist neu, es ist shiny, und es ist wirklich, wirklich vielversprechend. Tatsächlich könnte ich alle meine EN-Inhalte recht automatisiert importieren, aber derweil ich zweigleisig fahre, werde ich die Chance zur Reorganisation ergreifen. Oder, ich werds zumindestens versuchen.

Malsehen, malsehen.

Knapp daneben ist auch vorbei

Wie alle Webworker beschäftige ich mich seit Anfang des Jahres mit der DSGVO, und obwohl sich der undurchdringliche Dschungel durchaus gelichtet hat, gibt es dabei so einiges, was sich nicht wirklich erschließt. Die schwierigste Frage ist, ob man das Ding überhaupt braucht. Im Grunde müsste ich hier ja gar nicht (hab ich mir sagen lassen), weil privates Blog –  andererseits könnten hier irgendwo noch ein paar gammelige alte Amazon-Affiliate-Links herumhängen, mit denen ich vor Urzeiten einmal ein paar Cent verdient habe, und dann, so hat man mir gesagt, könnte man schon als kommerziell eingestuft werden. Von anderer Seite wiederum habe ich gehört, dass allein die Tatsache, dass ich hier manchmal von meiner Arbeit erzähle, schon genügen würde,  um als kommerzieller Betreiber eingestuft zu werden. Beides ist natürlich völliger Schwachsinn und mehr als nur knapp daneben, aber so ist das wohl, wenn alte Analogmenschen Gesetze für das, *räusper*, brandneue Internet machen.

Hat man die Grundfrage einmal beantwortet, ist es aber gar nicht mehr so schwer. Also, wenn man bereit ist, wie ein Zirkuslöwe durch irgendwelche nicht unbedingt brennenden Reifen zu springen, und mit Hinz und Kunz analoge (!) Verträge abzuschließen, in denen steht, dass die (also zB Google Analytics) eh ganz brav sind und die gesammelten Daten ganz bestimmt nicht für irgendwelchen Blödsinn einsetzen. Ha! Was für eine wunderbare Welt, in der wir den Großkonzernen so vertrauensvoll gegenüber stehen!

Nur habe ich wenig Lust, für dieses kleine unbedeutende Bloggerl hier Verträge auszudrucken und herumzufaxen oder gar per Snail-Mail zu schicken. Und da ich mich nun einmal beschlossen habe, mich im Zweifel für die Datenschutzerklärung zu entscheiden, habe ich einfach alles rausgeworfen, was einen solchen Vertrag erfordert hätte. Tschüs, Analytics, meine Besucherzahlen sind seit Jahren ungefähr gleich geblieben, und Ausnahme-Spikes führen eh nur zu Zeitverschwendung, wenn man recherchiert, woher die kommen könnten (vielleicht such ich mir ein heimisches Analysteool. Irgendwann). Tschüs, Like- und Share-Buttons, ich weiß, man könnt auch cookie- und datensammelfrei einfache Links verwenden, aber die Anzahl der über die Jahre gesharten Beiträge rechtfertigt den (eh minimalen) Aufwand nicht. Tschüs, Kontaktformular, klickts halt Email-Links, übers Formular ist eh nur Spam reingekommen.

Zuerst hat es tatsächlich richtig Spass gemacht, den ganzen Scheiß rauszuhauen, um wieder schlanker zu bloggen (und mich damit hier, mehr oder weniger privat, ganz anders zu verhalten, als meinen Webkunden gegenüber, die natürlich die volle Funktionalität brauchen). Aber dann stolperte ich in eine Falle, die ich auf den Kundenseiten nicht erkannt hatte, weil dieser Fall dort nicht vorkommt: Eingebettete Inhalte. Was nun!?!

Youtube-Videos, Soundcloud-Sounds und ähnliches Zeug, vielleicht sogar die untereinander verlinkten eigenen WP-Blogs? Raushauen will ich diese Sachen auf keinen Fall. Der Textvorschlag aus der WP-Schmiede ist aber definitiv zu schwammig. Bei meinen Recherchen stieß ich auf NOCH EIN PROBLEM, das ich trotz aller Beschäftigung mit dem Thema gar nicht auf dem Radar hatte: Google Fonts.

Das ist so der klassische Fall, wo sich der Wiener hinstellt und ein genervtes Oidaaa! von sich gibt. Jo eh, es gibt Lösungen. Und jo eh, ich werde sie umsetzen. Aber, verdammtnochmal, könnte dann bitte irgendwann einmal einer ein bisschen Hirn vom Himmel regnen lassen?

Es ist nämlich so, und jetzt komme ich zum Titel zurück: Knapp daneben ist auch vorbei. Nicht kleinen Bloggern, KMUs und Einzelunternehmen müsste man die Verantwortung für die Datensammelei aufdrücken, sondern vielmehr den gottverdammten Konzernen, die diese Daten sammeln und natürlich auch gewinnbringend verwerten.

Nicht in den Vorträgen und Seminaren zum Thema, nicht beim Stöbern im Netz und auch nicht beim Umsetzen für meine Kunden, sondern erst in diesem Moment ist mir aufgegangen, was für eine himmelschreiende Ungerechtigkeit der ganze Scheiß eigentlich ist. Anstatt denen, die Schindluder mit unseren Daten treiben, ebendies zu verbieten, fordert man Transparenz auf einer Ebene, deren Vertreter in den meisten Fällen selber nicht die geringste Ahnung davon haben, was da eigentlich passiert.

Die DSGVO ist in ihrer aktuellen Ausprägung ein geradezu unglaublicher Ausdruck vom Unverständnis und von der Hilflosigkeit der Gesetzgeber gegenüber den Realitäten im Netz. Und zudem ist sie ein Manifest all dessen, was in den letzten Jahren im Internet, in unserem wunderbaren, bunten, freien Internet der unbegrenzten Möglichkeiten schiefgelaufen ist.

Dave Winer hat das kürzlich schön gesagt:

We should start an „Angry Founders of the Internet“ social club to discuss what the fuck happened and how can we tell people about the magic that underlies the crapware that the bigco’s are shoveling at us. It really is beautiful and amazing in there.

Amazing, das war das Internet einmal und das ist es in vielen Bereichen immer noch. Es wird einfach Zeit, dass Menschen die Verantwortung für Gesetze und Regeln übernehmen, die die Materie verstehen.

100 x 100 (50)

Ein freier Samstag ist so eine Sache. Man, oder zumindest ich, hat einen Haufen Ideen und vielleicht sogar Pläne („aufräumen“, „fotografieren gehen“, „endlich mal wieder Freunde treffen“), aber ehe man sichs versieht, ist die unendlich lange Freizeit schon wieder dahingeschrumpft und man (oder zumindest ich) ist vom Bildschirm wieder mal nicht weggekommen. Heute hab ich dafür immerhin etwas vorzuweisen: Die Sturmwarnung erstrahlt in neuem, hoffentlich lang anhaltendem Glanz, minimalistisch und textzentriert. Eigentlich wollte ich ja ( der Blick schweift über Schreibtischchaos, ungewaschene Wäsche und Küchenchaos, vermeidet es aber, auf die ToDo-List zu treffen)… aber morgen ist auch noch ein Sonntag.

Des Bloges neue Kleider

Als ich neulich einem befreundeten alten Web-Hasen verriet, dass ich wieder mal an einem neuen Layout für mein Blog bastle, war der völlig entsetzt. „Neues Layout? Aber was ist mit deinem Branding?“, fragte er vorwurfsvoll. Mit meinen Erklärungen erntete ich nur weiteres Kopfschütteln, aber ich finde nun einmal, dass mein persönliches Blog kein Branding braucht. Mich hier Jahr und Tag auf ein und dasselbe Theme zu beschränken wäre so, als würde ich tagaus, tagein immer die gleichen Klamotten tragen. Und während ich im Hintergrund an dem einen, dem allumfassenden Layout bastle, das ALLE meine Seitlein auf ewig branden soll (es wird vermutlich nie fertig werden, denn man kann zB eine Literaturseite nicht ins gleiche Kleid stecken wie eine Fotoseite, so sehr man sich auch bemüht), merkte ich, dass ich schon wieder zunehmend weniger Lust hatte, mein Weblog zu befüllen oder auch nur selber zu besuchen, weil mich die Optik einfach nicht mehr angesprochen hat.

Mit dem einen, dem allumfassenden Layout im Hinterkopf (das ich von Grund auf selber entwickle, und zwar schon zum dritten Mal, weil sich sowohl mein Geschmack als auch die WP-Technik schneller ändert als ich fertig werde) wollte ich hier selber nicht allzu viel machen, sondern nur ein schnell fertiges Theme draufpappen, damits halt wieder ein paar Monate Spass macht. Ein klassischer Fall von 2 Tage lang „Nur noch schnell diese eine, kleine Stil-Anpassung“… tja. Jetzt bin ich zufrieden. Fürs erste. Wobei ich nicht glaube, dass das Blog dieses Outfit sehr lange behalten wird, aber was weiß man schon – die letzten 3 waren für die Ewigkeit gedacht und dann doch sehr schnell langweilig, vielleicht ist es ja diesmal umgekehrt.

Der Haken an der Sache ist, dass so ein 20 Jahre altes Blog, dessen Inhalte ich über 4 Systeme & 3 Domains hinweg exportiert, importiert und dabei manches Mal aus Ungeduld nur halbgar portiert habe, etliches an Styling-Informationen mit sich bringt, mit dem so ein neues Theme gar nicht rechnet. Aber das werde ich nach und nach anpassen, wie bei den letzten 17 Änderungen auch. (Oder eben nicht :D)

Anyway, immerhin bleiben diesmal die Permalinks erhalten. Ist ja auch was wert, für die Chronistin sogar ziemlich viel.

 

UPC und die ORF-TVthek – was ist da los?

Als Mensch ohne Fernsehgerät schaue ich mir gerne die Nachrichten online in der TVthek an. Das funktioniert im allgemeinen gut, aber in den letzten Tagen ausgesprochen schleppend. Lies: 30 Sekunden Stream, 15 Sekunden buffern. Nicht so gut für Wahrnehmung und Nerven.

Anfangs dachte ich, es läge an dem hohen Traffic, den ich selber verursache – schließlich hatte ich mir zu Weihnachten ein neu aufgesetztes System geschenkt, und etliche Backup- und Cloud-Tools hatten durch die Änderungen einiges hin und her zu schaufeln.

Die Lags hielten allerdings an, als auch das letzte Tool Vollzug gemeldet hatte. Ich wunderte mich ein bisschen, hatte aber genug Anderes zu tun, um nicht ernsthaft darüber nachzudenken. Vielleicht sind es ja die Nachbarn, die feiertäglich ihre Film- oder Pornobibliothek aktualisieren. Oder die Bewohner der neu gebauten Häuser nebenan haben alle zu Weihnachten einen UPC-Anschluss bekommen. Oder…

Am Abend eines langen Tages warf ich gewohnheitsmäßig Netflix zur Strickbegleitung an, und siehe da: Es streamte fröhlich vor sich hin. Was mir auch erst nach einigen verstrickten Reihen auffiel. Ich legte das Strickzeug beiseite und testete ein Video aus der TVthek. Es … hing …. nach … jedem … Satz.

Ich testete andere Streams, 3Sat, ServusTV, Amazon Video, Youtube. Alle liefen problemlos.

Ließ einen Speed-Test meine Internetverbindung prüfen. Up- und Downloadgeschwindigkeit entsprechen meinem Vertrag, keine Auffälligkeiten.

Ich nahm meinem Handy das WLAN weg und schaute mir die ZiB2 live über das 3-Netz an. Keine Verzögerungen. Ich rief zum Vergleich denselben Livestream am PC auf und … sah … wieder … mehr … Buffer-Symbol … als … Stream.

Jetzt bin ich ratlos. Hat jemand eine Erklärung? Oder ähnliche Erfahrungen?

Update nach diversen FB-Tipps: Andere Browser haben nicht geholfen, übers Handy im WLAN zickts auch. Muss wohl doch mit UPC reden.

Update II, 30.12.: Es ist erstaunlich.

Talk to me, aber wie?

Als ich gestern über mehrere Stunden mit mehreren Leuten in Echtzeitkontakt war, bin ich in einen richtigen Kommunikationsstress verfallen. Zugegeben, das passiert bei mir öfter, auch offline, aber online steigert sichs noch. Mit unendlich vielen Kommunikations-Apps klingelt es mal da, dann piepst es dort, und kaum hat man in einer App geantwortet, hat man in der anderen schon wieder was übersehen.

Die Mehrzahl meiner Kontakte verteilt sich auf Messenger und Whatsapp. Einige verwenden die Apps abwechselnd, andere schwören auf die eine und verteufeln die andere (wo doch beide Facebook gehören). Abwechselnd finde ich persönlich aber besonders blöd, weil die zerstückelte Kommunikationshistorie die Chronistin in mir zum Verzweifeln bringt.

Dann gibt es ein paar, denen das Facebook-Teufelszeug nicht ins Haus kommt, die aber auf Google Hangouts schwören. Diese Privacy-Logik erschließt sich mir auch nicht so recht.

Schließlich die Individualisten. Viber, Telegram, Wire, Signal und dazu noch ein paar obskurere, aber angeblich privacy-schützende Kandidaten. (Und fangen wir gar nicht erst an mit site-spezifischen Chats, Instagram, Youtube,  Flickr-Messages…).  Wenn das so weitergeht, brauch ich bald für jeden Kontakt eine eigene App, und im Email-Footer eine elendslange Liste an Kontaktmöglichkeiten. Ja ist denn das notwendig? Eine Zeitlang sah’s so aus, als würde sich Viber durchsetzen, dann hatte Telegram die Nase vorn, momentan aber ist alles endlos zerstreut, und wenn man nicht quasi täglich etwas Neues installieren will, bleibt in vielen Fällen nur die nicht allzu gute, alte SMS. Die ja zum einen privacy-mäßig wirklich gar nichts zu bieten hat, zum andern auch mit Bildern und anderen Nicht-Text-Komponenten überfordert ist. Oder halt Email, aber die nimmt zeitlich ja keiner mehr ernst.

Mag sein, dass das jetzt ein bisschen technikmüde klingt, aber so ist es nicht gemeint. Auch wenn ich schon 100 Apps zu einem Thema ausprobiert habe, bleibt die 101. immer noch spannend, da bin ich kindlich, wenn nicht gar kindisch. Aber was (mir) fehlt, ist eine Art zentrales Archiv – besonders dann, wenn es sich um Nachrichten handelt, deren Inhalt man nach einer ganzen langen Weile doch noch brauchen könnte. Weil, ob ich mich in zwei Jahren noch daran erinnere, über welchen Kanal ich im August 2017 mit Person X  über Thema Y kommuniziert habe, kann ich nicht versprechen. Besonders dann nicht, wenn Person X die Kanäle wechselt wie andere die Unterhosen. Und manches braucht man zwar nie wieder, hätte es aber trotzdem gern behalten, wie einen guten alten Brief halt, oder eine Ansichtskarte.  Es ist ja nicht so, dass immer nur neue Kanäle dazukommen – manche verschwinden auch recht schnell wieder, und die ausgetauschten Infos mit ihnen.

Exportfunktion haben alle diese Kanäle, wenn überhaupt, nur rudimentär. Backups gibts zwar meistens, aber keine menschenlesbaren. Wenn man also sicher sein will, Wichtiges dereinst auch wiederzufinden, bleibt derzeit nur, diese Nachrichten aktiv (!) händisch (!) zu archivieren. Irgendwie hab ich mir 2017 anders vorgestellt.

Oder geh ich das falsch an? Sollte ich einfach  sagen, ich bin über Kanal A zu erreichen, und die anderen interessieren mich nicht? Wie macht ihr das so?

[Photo by Quino Al on Unsplash]

Zwei Wochen technically challenged

Das Leihhandy, das mir kommunikationstechnisch über die Zeit hinweghelfen sollte, in der mein S7 in Reparatur war, war eigentlich kein schlechtes. Es war halt nur… alt. Und hatte grade mal 4GB Speicher, von denen ich 2GB nicht nutzen konnte, aus Gründen, die zu erforschen mir die Zeit nicht wert war.  Es sollte ja nur für eine Woche sein. Und Telefon, Mail und Browser decken ja eigentlich die wichtigsten Bedürfnisse ab.

Eigentlich.

Weil, so ganz uneigentlich will man ja doch auch Fotos mit halbwegs ordentlicher Qualität machen. Und auf Instagram veröffentlichen. Und betrachten und liken, was die anderen so veröffentlicht haben. Schnell auf Maps nachschauen, wo die nächste Haltestelle ist. Oder in qando, wann denn nun an dieser nächsten Haltestelle irgendein Transportmittel stehen bleibt.  Oder im Scotty, wann der nächste Zug kommt, wenn man den eigentlich angepeilten doch nicht erwischt. Und dann vielleicht im Messenger kommunizieren, oder in den Hangouts, oder auf Skype oder Viber, oder vielleicht sogar in Whatsup. Und ab und zu will man halt Musik hören. Oder ein Hörbuch. Die wichtigsten News & Foren lesen, ohne mühsam die Browserversion bedienen zu müssen. Eine Benachrichtigung kriegen, wenn bei FB oder Twitter was Wichtiges passiert. Den Computer beim Serienschauen remote bedienen.  Und bei Bedarf schnell mal den Kontostand nachschauen, oder vielleicht sogar eine zeitkritische Überweisung tätigen. Ein Strickmuster nachschauen, ohne den am PC full screen laufenden Film zu verkleinern. Nachgucken, welcher Stern da oben grad so hell funkelt. Oder welcher vierstrahlige Airliner da so wunderbar elegant einschwebt. Und wenn man den schon nicht identifizieren kann, dann könnte man doch wenigstens ein Foto… Oh.

Aus der versprochenen Woche Reparaturzeit wurden zwei, und wie selbstverständlich die „World at my Fingertips“ geworden ist, erkannte ich daran, wie oft meine Hand zur Jackentasche zuckte, nur um sich dann beim Erinnern enttäuscht wieder zurückzuziehen.  Also, die ersten drei, vier Tage lang.  Danach dachte ich gegebenenfalls noch „Wenn ich ein gescheites Fon hätte, könnte ich jetzt…“ während ich resigniert die Tunnelwände hinter den U-Bahn-Fenstern anstarrte. Weil, der Datenempfang in der Wiener U-Bahn ist im Grunde ganz OK, aber wenn man ein Fon hat, das unabhängig von der Empfangssituation gefühlte drei Minuten zum Aufbau der ORF.at oder Standard-Webseite braucht, dann lasst man es irgendwann auch freiwillig. Und wenn Google Maps nach fünf Minuten immer noch nicht weiß, wo ich bin, dann kann ich genausogut den nächsten Passanten fragen.

Natürlich bin ich „hip“ genug (ja ich weiß, das ist ein Schimpfwort), um zu versuchen, die Beschränkung als Chance zu empfinden, aber unterm Strich ganz ehrlich: Es ist mir nicht gelungen.

Gerade im Frühsommer, wo das Draußen-Sein ein großes Glücksgefühl erzeugt, war es immens irritierend, immer wieder „schnell nach Hause zu müssen“, weil es etliche Kommunikationskanäle gab, die ich unterwegs nicht überwachen konnte. Denn wenn ich mich auf mein Benachrichtigungssystem verlassen kann, ist es kein Problem, mal eine halbe Stunde im Park im Gras zu sitzen zu bleiben, ganz ohne aufs Fon zu schauen. Aber wenn ich diese Benachrichtungen nicht kriegen kann, muss ich stattdessen eben „schnell nach Hause“,  weil es ja jederzeit sein könnte, dass dort schon etwas Wichtiges wartet.

Und so hatte ich, während ich körperlich die große weite Welt genoss, die sich bei den ersten Ausflügen nach dem Winterhalbjahr eröffnet, gleichzeitig das Gefühl, in einem Kellerverlies zu stecken, abgeschnitten von der mittlerweile selbstverständlich gewordenen großen digitalen Weite, von der wir vor 20 Jahren gerade mal prophetisch ein bisschen zu träumen gewagt haben.

Aber, jetzt ist ja alles wieder gut. Ich hab mein Fon zurück. Damit kann ich mich auch mitten unter der Woche an den Strand legen, wenn grad sonst nichts zu tun ist, weil wenn dann doch was zu tun ist, erfahr ich es eh. Ich muss nicht mehr Fahrpläne für den ganzen Tag memorieren oder ausdrucken, weil ich kann ja jederzeit nachschauen. Und ich muss nicht mehr die Betonwände in der U-Bahn anstarren, weil selbst wenn ich grad keinen Empfang am Fon hab, kann ich im RSS Reader lesen. Oder mein Hörbuch hören. Oder Musik. Oder ab und an sogar ein blödes Spiel spielen. :)

Und dem nächsten, der mir erzählen will, dass Technik Unfreiheit und Techniklosigkeit Freiheit bedeutet, wünsch ich einfach ein Monat mit einem Dumm-Fon. Dann versteht er vielleicht, wie frei ein Smart-Fon machen kann. Also, wenn man nun mal Verpflichtungen hat. Weil wenn man keine hat, ist es vermutlich egal, dann kann man gegen triste Betonwände auch einfach ein Buch einstecken.

Und sonst so? Woche 6/2017

Politisches

Würd ich ja lieber ignorieren, aber wegschauen ist auch keine Lösung. Was der leider nicht harmlose, skurrile US-Präsident Tag für Tag so treibt, sammelt und kommentiert Oliver Grimm in der Presse

Zu Hause ist es leider kaum besser. Burka-Verbot, Einschränkung der Demostrationsfreiheit und mehr Überwachung. Na Hauptsache, das Kreuz im Klassenzimmer bleibt unangetastet…

Optisches

Wunderbare s/w-Fotos aus den Nebelwäldern Indonesiens 

Shutterstock: 6 Photographers making weird food look good  (So „weird“ ist das Futter gar nicht, aber die Fotos sind trotzdem cool)

Musikalisches:

Hmmm…: Bob Dylan singt Americana. Hoffentlich nicht zu viel Sinatra dabei.

Vermischtes:

Nach Jahren wieder einmal eine Werbung, die pfiffig rüberkommt (und kaum nervt)

Die Giulia Quadrifoglio – Teaser

Eine Verbindung mit youtube wird erst nach dem Klick zum Abspielen hergestellt. Bei Klick gilt die Datenschutzerklärung von Google.

 

Oh, und: die Hippies werden auch langsam alt… :)