Mozart auf Hawaii & Sonntagsleben

Nachdem das Wetter immer noch unfreundlich und kalt ist, widmete ich den Tag den Haushaltspflichten und einer kleinen Indoor-Fotosession mit meinem improvisierten Lichtzelt. Noch nicht ganz befriedigend, aber ich taste mich ran. Beim Matratzen-Umdrehen den rechten Arm beleidigt, der schon im Herbst einmal bedient war. Offenbar komme ich langsam in das Alter, wo ständig irgendwo irgendwas weh tut.

Kuchen backenNachmittags dann an einen unbekannten Kuchen gewagt, handschriftliche Überlieferung aus der Familienkiste, eine „Mozarttorte“ ganz ohne Marzipan, dafür mit Kaffee.

Das Rezept:

10 dag Butter
3 Dotter
25 dag Staubzucker
2 gehäufte Kaffeelöffel feinst gemahlener Bohnenkaffe
1 EL Rum
1 Vanillezucker
4 dag Kakao
25 dag Mehl+1Backpulver
ca 0,2 l Milch
Schnee von 3 Eiklar mit 10 dag Kristallzucker schlagen & unterheben

 

Achtung, beim Backen eine große (hohe!) Form verwenden, der Teig geht mehr auf als man gewöhnt ist. Ich hab deshalb anschließend ein Viertelstündchen mein Backrohr geputzt.

Das Backen ohne Brille rächte sich, ich erwischte erst Kokosflocken anstatt Kristallzucker und merkte es erst am flockigen Rieseln aus dem Glas. Steht dem Endresultat aber gut.

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Fürs nächste Mal notiert: Vermutlich genügt ein halbes Backpulver, bei all dem Eischnee. Und das Kaffeearoma könnte durchaus stärker sein, vielleicht ein drittes Löfferl (oder mein Kaffee war nicht fein genug gemahlen).

Als Verzierung könnte ich mir eine Bitterschokoladenglasur denken, Marmeladenfüllung wäre meinerm Geschmack nach eher störend. Dann schon eher eine nicht zu fette Kaffeecreme. Da ich ihn aber als Kuchen gebacken habe, nicht als Torte, bleibt er nackt und kommt mit frischen Früchten auf den Teller. Die säuerliche Blutorange passt mir dazu perfekt, Wenn man die Kokos-Variante kultiviert, wäre natürlich Ananas angesagt.

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Am Ende des Schneeschlagens ist mir im übrigen der Mixer eingegangen, erst ein

„elektrischer“ Geruch, dann eine kleine Rauchwolke aus dem Motor. Nach den ersten erschrockenen Flüchen festgestellt, dass das Familienerbstück seinen Dienst bereits seit Mitte der 70er-Jahre tut. Ob wohl der nächste auch so lange halten wird? In jedem Fall hier ein fotografisches Denkmal des tapferen Kriegers.

 


Dann angerufen und mit Horrorgerüchten aus Russland zugetextet worden. Putin verschwunden, Krieg steht bevor, Chaos, Auflösung, wir werden alle sterben. Hm. Selbst wenn die Verschwörungstehorien stimmen täten (wienerischer Konjunktivus Irrealis), wozu diese Aufegregtheit, wenn man eh nichts dagegen tun könnte? Wundersam. Der Gesprächspartnerin gefiel diese Haltung gar nicht.


Danach, euphorisiert vermutlich vom vielen Zucker, doch noch eine mittellange Runde in der Stadt gedreht. Prompt begann es zu tröpfeln aus dem grindigen Grau.

Der Tatort beginnt mir zu nölig, daher seit langem wieder einmal Radio – „Im Sumpf“ kann Sonntagabende immer noch perfekt abrunden. Daneben an einem eigenen und einem fremden Webprojekt gebastelt. Ein insgesamt produktives und dennoch entspanntes Wochenende.

Interessante Fundsachen:

Schweden, wie ich es zum Glück nicht kenne *fröstel* – wenngleich Elchpisslöcher und der Ort, wo „Schwedens Unabhängigkeit aus der Kloake gekrochen ist“ vermutlich einen Blick wert wären.

Dust Covered Carpet –  All of you, ein superschöner Sonntagssong

Portrait of a man with a cloud of falling lemons – Echte Kunst fragt niemals nach dem „Warum?“