Vermutlich ist es niemandem groß aufgefallen, dass ich mein armes dahinsiechendes Blog vor zwei Wochen zu einem guten Teil wieder online gebracht habe (Kleinigkeiten fehlen noch, andere Kleinigkeiten zicken noch). Ich weiß noch, dass ich dringend etwas sagen wollte, als ich in einer überstürzten Hau-Ruck-Aktion das zigfach geplante, umgeplante und wieder neu gedachte Layout samt der viel zu komplizierteren Struktur über den Haufen geworfen habe und erstmals in meinem Web-Leben auf ein gekauftes Layout zurückgegriffen habe (Liquid Magazine, im Original mit all den Bildern noch fescher –  für WordPress, war aber schnell umgebaut).

Hauptsache, das Blog lebt. Und mit dem neuen Design riecht es nichtmal mehr komisch. Hoffe ich. Auch wenn es in der 9. Reinkanation in 10 Jahren trotz des in meine Augen hübschen Layouts unter der Haube noch einige Macken hat. Altverlinkungen, die “search und replace” nicht erwischt hat. Eine sub-optimale Foto-Seite. Fehlende Inhalte aus den Reise-, Sprungbuch- und Galerieecken. Kommt Zeit, kommt Rest. Auch wenn außer mir ohnehin keiner Wert auf die Archive legt.

Ich weiß aber nicht mehr, was ich so dringend sagen wollte, denn als es endlich vollbracht war, ist der übliche Strudel von Alltag und Arbeit über mich hereingebrochen, dazu Nasen- und Bronchiengeröchel mit allem was dazu gehört. Dazu kommt, dass ich, wenn ich auch nur die Nachrichten im Überblick sehe, täglich schwanke zwischen: Da muss man doch was sagen! und: Eigentlich kann man da gar nichts mehr sagen!

Der unsägliche Strache im Wiener Wahlkampf und heute die noch viel unsäglicheren Ergebnisse. Teapartyaner jenseits des Atlantiks, Prügelpolizisten in Stuttgart. Giftschlamm in Ungarn und Mediendummheiten wie die verlorene Futurezone und zerstörte Archive. Gegenwind auf beruflicher Ebene, schlechte Nachrichten auf persönlichem Gebiet. Es ist alles nicht sonderlich schön zurzeit, weder in der großen Welt noch in meiner kleinen.

Dazu noch, um wieder auf den Blog-Neubau zurückzukommen, die Frage, ob das überhaupt noch irgendetwas bringt. Es spielt sich doch mittlerweile alles auf Facebook und Twitter ab. Und Manche Firmen, so hört man, verzichten mittlerweile ganz auf die eigene Website und verlegen all ihre Infos in die große blaue Liebhabe-Gemeinschaft.

Aber Facebook habe ich noch nie richtig gemocht, und Twitter ist zwar toll, aber immer so schnell vorbei. Und deshalb ist es jetzt wieder da, dieses Blog, das womöglich noch ein bisschen launischer und unberechenbarer ist als seine Schreiberin. Es gibt genug zu schreiben. Und eine neue Tastatur habe ich auch.