Das Wünschen hilft, manchmal: Sprach’s und starrte, wie schon so oft in den letzten Stunden, ihren neuen Color-Laserdrucker an.

Jetzt bliebe nur noch zu wünschen, sie hätte sich etwas lyrisch Wertvolleres gewünscht, etwas, das den diesbezüglichen Eintrag im Weblog zu dem emotionell nahegehenden Lesevergnügen macht, das sich offenbar die meisten Leser hier wünschen.

Aber leider, sie hat sich einen Color-Laserdrucker gewünscht. Und nicht erst seit gestern. Sie hat sich so ein Ding genaugenommen gewünscht, seit sie zum ersten Mal erfahren hatte, dass es so etwas überhaupt gibt. Sie hatte sich so ein Ding gewünscht, als es eine Dreiviertelmillion Schilling gekostet hat, sie hatte es sich gewünscht, als es 120.000 Schilling gekostet hatte, und sie hatte es sich immer noch gewünscht, als es 80.000 Schilling gekostet hatte.

Danach trat der Wunsch etwas in den Hintergrund. Online war in, das papierlose Büro war angesagt. Wer hätte schon offen zugegeben, dass man sich einen Color-Laserdrucker wünscht, wenn alle Welt behauptete, drucken sei längst nicht mehr notwendig?

Trotzdem. Jedesmal auf dem Weg in den Copyshop, wenn es galt, ein Proof vom neuen CD-Cover zu drucken – jedes Mal, wenn die Patrone vom ollen Tintenstrahler ausgerechnet bei der Monatsabrechnung ihr letztes Schwarz aushauchte – jedes Mal, wenn sie ein Foto gerne streifenfrei an der Wand hängen gehabt hätte – jedesmal wieder blitzte der Gedanke in ihr Bewusstsein, dass es doch wirklich ziemlich praktisch wäre, hätte man so ein Ding. Da. Im Arbeitszimmer.

Aber sie widerstand. Im freien Fall durch die 50.000-Schilling-Marke. Im erstaunlich lange haltbaren Level um die 30.000, als sie sich das Ding eigentlich hätte leisten können, sich aber mit dem Argument vom Kauf abhielt, dass man ja immer weniger drucken würde, je mehr das Netz ins Blickfeld auch der letzten Verweigerer drang. Selbst dann noch, als Minolta großspurig den ersten Farblaser unter 10.000 Schilling (9.999,-) ankündigte. Beinhart.

Aber irgendwann brechen die letzten Dämme. 349,- €. Inklusive. Schiet, das ist ungefähr ein Drittel von dem, was ich seinerzeit für meinen ersten Farb-Tintinger bezahlt habe.

Jetzt steht er da.

Entschuldigt mich, ich muss mal eben sämtliche Wände volltapezieren mit Fotos, von denen ich immer behauptet habe, sie wären am Bildschirm ohnehin viel schöner.