Das Zen des 5. Hiebs

Unten beim Schnipi streicht einer den Zaun des Gastgartens an. Er sitzt in einem Gartenstuhl, die Farbdose rechts von sich, die Bierdose links von sich, und streicht mit einem meiner Laienmeinung nach viel zu kleinen Pinsel Brett für Brett. Er saß da schon, als ich vormittags etwas zu erledigen hatte, und jetzt gerade, als ich noch schnell ein Brot hole, sitzt er zweieinhalb Meter weiter und streicht immer noch an dem Zaun, der an drei Seiten den etwa 4×2 Meter großen Gastgarten begrenzt. Die wievielte Bierdose es ist und ob er zwischendurch Pizza gegessen hat, weiß ich nicht, aber bei dem Tempo wird er wohl mit seinem Pinsel morgen wieder da sitzen.

Eine tiefe fernöstliche Ruhe geht von der Gestalt aus, die optisch doch eher nach Wiener aussieht. Am liebsten hätte ich mich hingesetzt, um ihm weiter zuzuschauen, doch schon der Blick im Vorbeigehen lässt die innere Hektik abklingen.

Ein Mann. Ein Zaun. Ein Eimer Farbe und ein Pinsel. Eine Bierdose.

Das wär doch was für Slow Reality TV.