Die Asozialisierung “sozialer” Netzwerke

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(c) Olly /Veer

Angefangen hat Facebook. Mit der Abschaffung des RSS-Feeds und dem Auseinanderklaffen von Timeline und per API gelieferten Updates will Facebook seine User dazu zwingen, die Seite aktiv zu besuchen. Ich hasse das und tue es doch immer wieder. Warum? Weil eine Handvoll Leute, die ich mag, halt nur dort netzen. Echt nervig.

Google+ und Diaspora haben übrigens mit sowas “altmodischem” wie RSS-Feeds gar nicht angefangen, Google+ bietet auch kein sinnvolles API an. Ob Diaspora eines anbietet, weiß ich nicht – in jedem Fall wird Diaspora von keiner der 3rd-Party Apps angeboten, die ich kenne. Jetzt ratet mal, welche Netzwerke ich am wenigsten frequentiere? Ja, die beiden. Weil es eben außer den Original-Webseiten bzw. -Apps keine Möglichkeit gibt, darauf zuzugreifen.

Twitter war lange Zeit die letzte aufrechte Bastion der Connectivity. Mit einem weitreichenden API und sinnvollen RSS-Feeds schien es, als könnten die Zwitschervöglein der dunklen Seite der Macht entkommen. Aber auch das ist vorbei. Das API wurde zurückgestutzt, die RSS-Feeds abgeschafft.

Wenig überraschend ist, dass Instagram nach dem Verkauf an Facebook seine Twitter-Interaktionen zurückfährt.

Und warum jammere ich darüber gerade jetzt rum? – Ganz einfach, weil das jahrelange Network-Integrations-Tool meiner Wahl, Yoono, immer unzuverlässiger wird und einen aus manchen Netzen schneller wieder raushaut, als man sich einloggen kann. Hootsuite scheint die Alternative der Wahl für Hardcore-Netzer zu sein, aber das Interface ist fürchterlich, und eine einheitliche Timeline für alle (oder zumindest die wichtigen) Services gibt es auch nicht.

Ich habe in den letzten Wochen so ziemlich alles probiert, was im Netz an Alternativen besprochen wird. Nachdem ich nichts Sinnvolles finden konnte, spare ich mir (und euch) die Links. Klar, Tweetdeck wird hochgelobt, aber das kann grade mal Facebook und Twitter. Wo bleibt Google+, Flickr, Instagram, Foursquare, etc? Bringt also (mir) nix. Mein Desktop bleibt öde und leer.

Aber halt – sagte ich Desktop? Ja, sagte ich. Am Smartphone und Tablet geht’s nämlich durchaus, zumindest für die Netze, die mir wichtig sind: Flipboard ist eine der meistverwendeten Apps auf meinem Tablet. Mit Cross-Sharing und all-in-one-Feed. Und sogar der Google Reader ist mit drin. Mehr braucht der soziale Netzmensch nicht, also zumindest ich.

Wenn ich mir also was wünschen dürft, vom Universum, vom Salzamt, oder meinetwegen sogar vom nichtvorhandenen Christkind, dann wär das ein Flipboard für den Desktop. Als eigenes Programm, nicht im Browserfenster. Dann würd ich vielleicht auch wieder aktiver netzen. Vielleicht.