bahnhofshallen-schinkenrolle zur spätnacht und, heimgekehrt, doch noch ein schlückchen bier. wenigschlafnächste schärfen den blick, erst unangenehm klar und hell die welt, später freundlicher. erstaunlich leichte lektüre der alte drogenromantiker, wie schön der zug rattert und wie leicht. warme sonnenstrahlen weisen den weg über den hügel, wo der kalte wind wohnt. hundepärchen und kindergroßmutter grüßen gott, ich grüße die drei und staune über die weißen blüten an den schwarzen ästen vor dem blauen himmel, wie trivial das klingt und ist doch so schön.

danach wird gehämmert und gesägt, geschliffen und gebohrt, meine rolle dabei – das etwas hilflose zureichen von werkzeug – spiele ich überzeugt und mit bravour. nach einem nachmittag klassischer arbeit rumort der hunger, den tragen wir auf einen hügel, der in dieser landschaft schon fast ein berg ist, was für eine aussicht! und was für ein licht. ganz bestimmt besser als das essen, zumindest meins. dazu ein radiosender mit einer völlig absurden mischung aus pop, techno und schlagern, die nachrichten und davon angeregt ein inspiriert absurdes gespräch am nebentisch, dass “die juden doch aufpassen müssten, denn so, wie sie sich jetzt benehmen, würden mehr und mehr menschen sagen, der hitler hätte doch recht gehabt, und das wäre wohl nicht der sinn der sache”.

kurviger rückweg und ich verabschiede mich von meinem zukünftigen sommerhaus mit einem klaps auf den kotflügel, vom großzügigen spender mit einem kuss auf die wange, schon rattern wieder die eisenräder auf den schienen und der zug ist leer, ganz leer, nicht einmal der schaffner läßt sich blicken. verwunderlich wie die lektüre über psychedelische drogen fast wie die einnahme einer solchen wirken kann. noch verwunderlicher die stadt, die tristen gestalten am bahnhofsabend, am verwunderlichsten aber die tatsache, dass ich einen blick draufhaben muss, der die massenweise anrückenden schnorrer mitten im satz verstummen läßt, und zwar nicht nur einen, aber der ubahnfensterglasspiegel zeigt nichts ungewöhnliches an mir.

unbehelligt also erreiche ich meine zuflucht, mein elfenbeintürmchen, hier fasziniert der fishige dakotalink (leider lost in time; Anm. 2017) , nach dem ersten kinnladenstrapazierenden durchgang laufenlassen und die trommeln mit den nachrichten und nachfolgenden sitcoms vermischt, vielleicht sollte ich doch etwas anderes lesen, aber warum eigentlich?

oh, und als nachtlektüre noch eine wunderbare geschichte von einem waschsalon und weißen unterhöschen, die nicht vor der kirchentür liegen, und wenn ich nur wüßte, was ein plümo ist, dann könnte ich noch besser schlafen.