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Die “faulen” Griechen und “unser” Geld

Es geht auf keine müde Ziegenhaut mehr, was Blök-Medien wie Krone und Bild über Griechenland und dessen Bewohner alles verzapfen. Der Deckel “Political Correctness” ist vom brodelnden Druckkochtopf der volkstümlichen Vorurteile geflogen, und alles, was man den Ausländern an sich schon lange nicht mehr ungestraft nachsagen darf, darf man jetzt immerhin wieder den Griechen aufs fette Olivenbrot schmieren – ej, die faulen Säcke verprassen ja unser Geld!

Völlig uninteressant scheint im Zusammenhang die simple Tatsache zu sein, dass es in der ganzen Geschichte weder um “unser” Geld noch um das der Griechen geht, sondern um die Zinsen und Zinseszinsen von internationalen Geldinstituten, deren Geldvermehrungsmethoden möglicherweise nicht immer zwielichtig, aber in jedem Fall moralisch höchst fragwürdig sind.

Für eine kurze, treffende Analyse (inklusive Portugal und Irland) empfehle ich Volker Pispers (ist es nicht bezeichnend, dass man schon wieder Kabarettisten braucht, um halbwegs die Wahrheit zu hören?). Für weiterführende Informationen sorgt Michalis Pantelouris in seinem Blog Print würgt. Einen gangbaren Lösungsvorschlag zeigt Christoph Chorherr. Und natürlich ist die mediale Hetzjagd auch ein wiederkehrendes Thema auf Kobuk.

Ein Scheitern des europäischen Wirtschaftsraumes (das, wenn Länder wie Griechenland, Irland und Portugal dem Euro entsagen müssten oder gar pleite gingen, kaum vermeidbar wäre), kann niemand ernsthaft wollen, der die Dynamik der Weltwirtschaft auch nur ansatzweise begriffen hat. Außer natürlich, er hält die eigene nationalstaatliche Nase für wichtiger als das Wohlergehen der Menschen in dem von ihm so hoch gelobten $Staat. Und so dumm kann dann doch niemand wirklich… ach, lassen wir das. Und hören wir lieber jemandem zu, der sich mit Wirtschaft auskennt.

Was dagegen gar nicht geht, sind dümmliche Schlagzeilen wie die links (Krone). Die implizite Falschmeldung, “wir” würden “den Griechen” das Geld schenken (anstatt, wie es tatsächlich der Fall ist, zu etwas günstigeren Konitionen zu verleihen), ist einfach zu schräg, um irrtümlich an irgendeinem Chefredakteur vorbei zu gehen. Diese Desinformation hat Methode. Nur – wozu?

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