DotCom


Ich sitze in einer Garage ohne Tür. Computerkram und Kleinteile liegen herum, zwei Leute tippen manisch. Ich habe ein Dot.com gegründet, stelle ich fest, und frage mich, ob ich verrückt geworden bin – wo die doch alle pleite gehen. Ein berühmter Ex-Austrianer kommt herein und erzählt, dass er ins Fernsehen soll, und zwar statt einem berühmten Ex-Rapidler. “Wenn der das erfährt, dann fliegen die Fetzen”. Da kommt auch schon der Ex-Rapidler. Ich fürchte um meine Ausstattung, doch die beiden starren sich nur an mit einem Blick, der Berge schmelzen könnte.

“Incoming Message” sagt mein Computer, und ich bekomme eine Email von Michael Köhlmeier. Sie beginnt mit den Worten: “Weil mir gerade langweilig ist”, und ich habe keine Lust, den Rest auch noch zu lesen. Trurl kommt herein und fragt, ob ich springen gehen will. “Klar”, sage ich. “Gut”, sagt er, “dann geh ich den Flieger bestellen”. Ich ziehe mich um, da brummt es auch schon am Himmel. Beim Rausgehen frage ich mich ohne beunruhigt zu sein, ob von diesem Unternehmen ohne Tür noch etwas übrig sein wird, wenn ich zurückkomme.

Draußen scheint die Sonne, und der Flieger ist auf einer Straße gelandet, die der Hernalser Hauptstraße ziemlich ähnlich sieht. Die Leute auf der Straße scheinen es normal zu finden, dass ein Flugzeug hier landet. Ich steige ein und sage zum Piloten: “Ich würde anschliessend gern schwimmen gehen.” – “OK”, sagt er, “dann werf ich euch über dem Schotterteich raus.”

Den Teich kenne ich aus einem früheren Traum. Als ich herumgehe, um ein Plätzchen zu finden, sehe ich einen Kindersandkübel, daneben steht in den Sand geschrieben “Andrea”. Das hat mein Kind-Ich geschrieben, weiss ich sofort, und frage mich, wo sie hingegangen ist. Ich würde sie gerne treffen.

Ich gehe weiter und komme an einen Würstelstand, an dem der Sufi Spezialitäten verkauft. Ich bestelle ein Hot Dog. Der Sufi ist beleidigt und hält mir einen Vortrag darüber, warum eine gute Käsekrainer dem gemeinen HotDog überlegen ist. Michael Köhlmeier kommt und beschimpft mich, weil ich seine Mail nicht gelesen habe. Dann bestellt er eine Bratwurst. Während er mit dem Sufi über Würste fachsimpelt, schleiche ich mich davon.

Ich suche nach dem Flieger, um hier schnell wieder wegzukommen, da kommt mein Kind-Ich aus dem Wasser und ruft “Mama, wo ist mein Handtuch?” – Ich kann doch nicht meine eigene Mutter sein, denke ich, als ich sie abtrockne, und im gleichen Moment legt mir jemand die Hand auf die Schulter und sagt: “Das ist schon in Ordnung so.” Ich drehe mich um, um zu sehen, wer das ist, aber bevor ich das Gesicht sehen kann, wache ich auf.


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