Draussen

Es ist Frühling geworden, tatsächlich. Nicht richtig warm, das nicht. Nicht wie in Santiago im Dezember. Aber immerhin lau, so dass ich es wieder wage, den Kopf zu heben.

Also dieser Weg durch die Stadt. Hier etwas zu besprechen, dort etwas abzugeben. Dazwischen Schritte in der Dunkelheit, allein in der verheißungsvollen Frühlingsluft.

Diese vielen fremden Leben schüchtern mich ein. Hinter erleuchteten Fenstern, in vorbeifahrenden Autos, in Gesprächen auf dem Gehsteig: Die Welt, außerhalb von mir. So selten bewege ich mich alleine da durch, mir scheint es ist Jahrzehnte her, dass ich das so stark empfunden habe.

Ist es natürlich nicht. Es ist nur dieses unbestimmte etwas in der Luft, dieses laue, leichte, lockende. Das Glück, genau jetzt allein zu sein: So ein großes Glück, dass man es teilen müßte. Einheit im Widerspruch. Leben, eben.