Ego


Gedanken schillern seifenblasig, bis sie platzen. Danach nichts mehr, nicht einmal eine Ahnung in der Luft. Es muss doch, irgendwie, irgendwo?

Nichts.

Vielleicht nur der trotz aller Selbstaufklärung im Unterbewusstsein vergrabene Gedanke, ich müsse mich schämen, wenn es mir gut geht?

Vielleicht die drohende Erkenntnis, das Alter erreicht zu haben, in dem das Relative das Absolute endgültig ersetzt? Und das Andere nur der (verzweifelte?) Versuch, sich Absolutes zu behalten – wenigstens eins?

Zwischenwelt, Zwischenzeit verewigt? Von der eigenen Nichtigkeit paralysiert? Tolpatschig ins Netz des “Ich werde niemals… – Oh doch!” getappt?

Halbe Handlosigkeit nur Ausdruck innerer Entferntheit?

Stepptanz auf den glühenden Kohlen der Echtzeit?

Oha! sagt der Schmetterling, wie bemitleidenswert!

Kaum zu glauben dass so ein fragiles Naturkunstwerk eine dermaßen spöttische Stimme hervorbringt, während er blauflügelig herumflattert, um meinen Kopf herum nämlich. Und jetzt kichert er auch noch.

Dreht eine Runde um den unbeirrt hängemattenschlummernden Sufi. Verwirrt gaukelig das immer hungrige Riesenhundsvieh. Läßt sich auf meiner nackten Schulter nieder und kitzelt mit den Flatterflügeln. Amüsiert sich blendend über mein Kitzel-Zucken. Zeigt die andere Seite seiner Flügel, die bunte. Was ist jetzt wahrer, neckt er, das Himmelsblau oder das Augenmuster? Was bin ich, und was hast du nur geträumt?
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Was macht denn das für einen Unterschied, murre ich in Gedanken, und der blaubunte Gaukler kichert. Schwingt sich wieder in sein Element, zeigt nochmals, was er kann, und ruft flügelaugenzwinkernd zurück: Wir sehen uns noch!


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