Es war auf dem Slowakei-Kurztrip vor 2 Jahren. Der Herr Sufi und ich in landeten spätnachts in Trencin, fanden trotz langer Suche zuerst keine Bleibe, die weder Puff noch sauteuer war, und fanden uns schließlich im erstaunlich günstigen und dennoch modern-komfortablen “Grand Hotel” wieder. Es war gegen 11, als wir eingecheckt hatten und ausgehfertig waren – aber die Befürchtung, hungrig schlafen gehen zu müssen, bewahrheitete sich nicht. Trencin war auch um diese Uhrzeit noch ein blühendes Städtchen, das uns nicht nur Futter, sondern auch einen lebendigen Stadtspaziergang bot. Schließlich, eigentlich waren wir schon auf dem Heimweg, hörte ich eine Gitarre. Outdoor. Live. Der Sufi ergab sich seufzend in sein Schicksal, hörte aber sofort auf zu seufzen, als der gute Slibowitz auf den Tisch kam.

PICT0064Ein bisschen verhalten, aber für mitteleuropäische Verhältnisse dennoch unglaublich laut, spielten der Wirt und ein Gast auf zwei Gitarren und sangen dazu. Volkslieder, Soft-Rock, Slawo-Pop – und, wohl wegen uns fremder Gäste, auch ein paar internationale Gassenhauer (das Che-Guevara-Lied war auch dabei). Passanten, den Anwesenden bekannt, gesellten sich dazu, es wurde lauter. Von den Anrainern beschwerte sich keiner. Der Sufi bestellte noch eine Runde Slibowitz.

Ein Lied gefiel mir besonders gut. Mit 2 rauhen Männer- und einer dunklen Frauenstimme, 2 Gitarren und einem spontanen Tisch-Percussionisten klang es, trotz qualitativ sehr gemischtem Hintergrundchor, wie eine Mischung zwischen Crosby, Stills, Nash und den ganz frühen STS. Nur ein Hauch slawisch-sehnsüchtiger, und die Percussion hatte einen spanischen Touch. Das sei ein aktueller Hit, erklärte der Wirt, begeistert davon, dass Fremde sowas wissen wollen. Ich ließ mir Band und Titel aufschreiben. Den Zettel Bierdeckel habe ich heute wiedergefunden. Und natürlich den Song ergoogelt.

Das Original klingt leider ganz fürchterlich.