Und das ist schön. Heute das zweite Mal hintereinander am Naschmarkt gewesen & gedacht, dass – nach dem Körpergefühl – die zweite ganz wichtige Auswirkung einer halbwegs warmen Luft die Gerüche sind. An einem kalten Tag kann man noch so inspiriert über den Markt gehen – es ist nur das halbe Vergnügen, weil sich die Gerüche nicht ausbreiten – die Gewürzgerüche nicht, die Obst- und Gemüsegerüche nicht, die Kebabgerüche nicht – es ist fad.

3x auf und ab marschiert auf der Suche nach dem ultimativen Frühlings-Header-Bild (ich hab’s jetzt – kommt Ostern, kommt Redesign!) und dabei ca. 7x vorbeigeschlichen am ultimativ-knallgelben Frühlings-Tuch, für das der marktschreierische Gauner erst 14 € haben wollte, das ich aber dann um 10 € um meine Schultern gelegt habe (nicht ohne seufzend daran zu denken, dass der Sufi mit Sicherheit nicht mehr als 7-8€ dafür bezahlt hätte).

Ein weiteres Zeichen des Frühlings ist, dass man ganz automatisch langsam genug dahinschlendert, um auch den einen oder anderen Dialog aufzuschnappen. Oder sollte man angesichts der immer noch zunehmenden Handy-Manie eher sagen “den einen oder anderen halben Dialog”?

Stoff für Geschichten bot jedenfalls der nicht sonderlich sportlich wirkende (vermutlich) Endfünfziger, der in sein Handy sinnierte:

Na, wenn der Zug durchfahrt mit an 60er oder 70er, dann spring I a ned auf, aber wenn er grad anfahrt und I wüll no mit, dann geht des scho.

Vor allem, weil ich keine Ahnung habe, auf welcher Strecke noch Garnituren verkehren, die dem aufspringwilligen Passanten etwas anderes darbieten als eine streamline-glatte Oberfläche.

Nett auch, im Geschiebe am Naschmarkt, die junge Dame mit der norddeutscher Diktion, die in ihr Handy sprach:

Ach nee, es geht schon, ist halt alles ein bisschen seltsam hier, die vielen Fremden, all die Gerüche, ein bisschen eng ist es auch – sicher, die Angst ist dabei, aber auf jeden Fall ist es faszinierend…”

Ich war drauf und dran, mich umzudrehen und ihr zu sagen, dass es hier gar keinen Grund gibt, sich zu fürchten (wenn man nicht gerade sein Geldtaschl am Schnürl hinter sich herzieht) – da wuselte mir etwas weißes weiches zwischen die Füße, und ich verstand, dass sie die ganze Zeit über ihren kaum mehr als knöchelhohen Hund gesprochen hatte, der allerdings zwischen all den Beinen Grund genug hatte, sich zu fürchten.

Grund genug, das kommende lange Wochenende für weitere aufmerksame Spaziergänge zu nutzen. Und sich auf einen langen Sommer zu freuen.