Man nehme… den dringenden nächtlichen Wunsch, Keks zu backen, trotz Abwesenheit wichtiger Zutaten. Man suche sich ein Rezept, das ungefähr auf die vorhandenen Zutaten passt. Ungefähr… Dann halbieren, ist ja nur ein Versuch. Trotzdem nicht genug Butter… Hm. Rechnen wir die angegebenen Zutaten auf die vorhandene Butter um. Ungefähr!  – Was, 3 Sorten Zucker? Ach was, früher hat Kristallzucker auch gereicht. Glattes Mehl ist Unsinn, wir haben immer alles mit griffig gebacken!

…Butter schaumig rühren, Zucker und Mehl zugeben, weiter rühren bis ein glatter Teig…

Hm.

Das wird kein glatter Teig.

Das bröselt.

Das braucht Flüssigkeit.

Was hätten wir da? …Hm. Rumaroma, OK, passt immer. Reicht aber nicht. Bröselt noch immer.

OK, ein Ei. “Ein Ei schadet nie”, alter Kuchenbäckerspruch. Und rühren, rühren, rühren.

Hm.

Jetzt ist es patzig. OK, ein Haucherl Mehl dazu. Nicht zuviel, das haut den Geschmack z’samm. Außerdem kommt’s eh noch zum Rasten in den Kühlschrank. 1 Stunde.

Hm.

Eine Stunde? Ist aber schon halb zwölf.
OK. 10 Minuten Gefrierfach werden’s auch tun.

Hm.

das Zeug patzt aber beim ausrollen… und erst beim schneiden…  Ojegerl!

Wurscht, ab aufs Blech.

10 Minuten, hat’s geheißen.

Blick ins Rohr nach 5 Minuten… Oh! Das sind keine Einzelkekse mehr, das ist… eine seltsame Masse.

Hm.

An den Rändern wird’s schon schwarz.

Hmhm.

Raus damit.Verdammt, vom Blech will’s auch nicht. Ja pfeif doch der Hund… soll ich’s gleich entsorgen?

Hm. Hmhm.

Erstmal kosten.

Hm.

Schmeckt aber gar nicht so schlecht.
Willkommen, ihr meine vollpunkigen Anarcho-Kekse! Ich taufe euch auf den Namen “Exitus Impatientiae”, “das Ergebnis der Ungeduld”.

Und werde euch ganz still und heimlich vernaschen, denn sehen lassen kann ich mich mit euch wirklich nirgendwo.

(Und wie lang mich der ganze Zucker wach halten wird, den ich beim anrühren, auswalken, formen und aus der Form holen genascht habe, das wissen nur die heute ungnädigen Keksgötter)