Fernweh

Gegen vier stellte ich fest, dass kein Kaffee mehr da war. An einem Tag, an dem die Arbeit locker bis Mitternacht reicht, geht das natürlich gar nicht. Als ich aus der Haustür trat, um den rettenden türkischen Laden zu besuchen, grinste mir von gegenüber dieses etwas suspekte Strichmännchen entgegen. Mit einem Rucksack voll Elektrizität?

Beim Türken war nichts los, nur diese Musik. Schmalzige Nahost-Musik, die von endlosen staubigen Straßen zu erzählen scheint, von einem ewig blauen Himmel, und vielleicht, nur vielleicht, von ein bisschen trauriger Liebe.

Ich kaufte Kaffee, und, weil sie so verlockend da lagen, ein paar von den Oliven, die vom Meer erzählen und vom Sommer. Ganz ohne Elektrizität blieb mein Rucksack leicht vor lauter Träumen.

Ich muss ganz dringend bald wieder einmal weit weg. Und irgendwo eine Zeitlang fremd sein. Der Schal hilft da nicht, auch wenn ich ihn wegen Wüsten- und Himmelsfarben „Fata Morgana“ getauft habe.