Als mir der Herr Sufi heute diesen Link schickte, konnte ich zu jedem Satz nur nicken, oder doch zu fast jedem (ich kann mich nämlich nicht erinnern, unter XP jemals Disketten gebraucht zu haben). Besonders laut genickt habe ich aber zum letzten Satz: Ich weine dem Scheissding keine Träne nach.

Aber Erinnerungen werden wach. Reichlich.

Als ich seinerzeit, und das ist jetzt wirklich schon fast 20 Jahre her, für die Österreich-Vertretung einer bekannten Antiviren-Software gearbeitet habe, gab’s Updates alle 6 Wochen. Die wurden per Post ausgeliefert. Auf Diskette. Und weil die damals erhältlichen Mehrfach-Disketten-Kopiergeräte teurer waren als billige Arbeitskraft, saßen wir da und haben kopiert. Diskette rein, klack-a-di-klack-a-di-Klack, ewig hat das gedauert, dann Diskette raus, nächste rein, Label drauf. Und später den Diskettenstapel Scheibe für Scheibe in Kuverts versackt. My-Oh-My. Nachtschicht für Nachtschicht. Immerhin konnte man sich gut unterhalten dabei.

Und als dann erst die 3,5-Zoll-Disks aufkamen, man sollte kaum glauben, wie viele Kunden denn nun keine Ahnung hatten, welches Laufwek sie eigentlich haben. Da kam 3 Tage nach der Kopier-Orgie nochmals das Umsacken und Neuversenden dazu. Hachja. Es war fast wie in einem Handarbeitsclub.

Unendlich aufregend dagegen mein erstes gekauftes Computerspiel. Ich hab’s aus den USA bestellt. 2 Wochen Lieferzeit, und eine von den 3 Disks war defekt. Nach weiteren 4 Wochen konnte ich es endlich installieren. Es war ein Jump’nRun mit einem grünen Helden mit Gecko-Klebe-Füßen. Der war süß! Wenn ich noch wüßte, wie er heißt, ich würd glatt schauen, ob’s das irgendwo zum Download gibt. Aus reiner Nostalgie.

Irgendwann habe ich ein Corel-Draw-Paket gewonnen. 35 Disketten. Einmal installieren, und der Nachmittag war hinüber. Aber Hej, sie haben alle funktioniert!

Meine immer noch geliebte Sony TRV-900 (Videokamera) kam 2000 mit einem externen Diskettenlaufwerk mit PCMCIA-Anschluss, auf das man Stills abspeichern konnte. Ein Wunder der Technik war das, damals. In irgendeiner Kiste kugelt das Ding noch herum, mittlerweile doppelt obsolet: Floppy? PCMCIA? Vielleicht sollt’ ich ein Technikmuseum kontaktieren (einen 16MB Memory Stick der ersten Generation hätt’ ich übrigens auch noch).

Großes Erstaunen überkam mich allerdings letzte Woche, als ich erstmals in meinen neuen PC kroch. Die 300GB-Platte aus dem alten ist irgendwie doch zu schade zum wegschmeißen, also warum nicht einfach reinhängen? – Dummerweise erwies sich der Anschluss, den ich im Schatten des riesigen Prozessorlüfters als IDE identifiziert zu haben glaubte, im Licht der Taschenlampe als FDD. Daneben übrigens die IDE-Lötstellen, aber ohne Steckplatz. Das hat mich echt ins Grübeln gebracht. Denkt da tatsächlich irgendjemand, ein Floppy-Laufwerk sei unverzichtbarer als ein IDE-Port? Im Jahr 2008?