Ich formuliere ja diesbezüglich schon seit Tagen an einem tiefsinnigeren Text herum, der möglicherweise auch irgendwann fertig werden wird, wenn eigene und fremde Projekte sowie Bachmannpreis und Fussball-EM abgehandelt sind, aber bis dahin würde ich einfach gerne Mal sagen: Friendfeed ist nicht das nächste große Ding, Friendfeed ist das große Ding.

Ehrlich, ich war nicht mehr so beeindruckt von irgendwas, seit ich verstanden hab, was RSS-Feeds tun. Und das ist ja nun doch schon einige Jahre her.

Warum?

Zum einen kann ich völlig effortless alle meine Webgenialitäten und -fürze chronologisch zusammenführen (sogar Artikel aus kollektiv-Blogs, solange der RSS-Feed den Autor mitliefert). Zum anderen kann ich dem Output der anderen ebenso effortless folgen – kein verlorener, vergessener, gemovter rss feed mehr, kein Wundern und Rumklicken in obskuren sidebar-Gadgets – was meinem Friendfeed-Friend mitteilenswert ist, wird er dort auch einbauen. Zum dritten kann ich dank “Rooms” und “imaginary friends” meinen RSS-Reader komplett streichen, sobald ich Mal die Zeit finde, das alles ordentlich einzurichten. Und das mit der Ein-Klick-Möglichkeit, entweder alles auf einer Seite zu sehen, oder nach Themen, nach Personen, oder nach Services geordnet.

Klingt irgendwie unspektakulär, ist aber genau das, was mir seit der Erfindung von RSS-Feeds gefehlt hat, ohne dass ich es so hätte sagen können. Der frei konfigurierbare persönliche Lifestream. Wenn ich mich noch ein paar Tage an den Gedanken gewöhnen kann, kann ich wahrscheinlich sogar aufhören, manisch nach einer Lösung zu suchen, die es mir ermöglicht, alle meine Webservices hier in der Einschicht zusammenzuführen. Die Seite, die ich schaffen will, gibt es ja schon: Chronistins Friendfeed (Link tot, daher entfernt. Anm. 2015). Ergo kann ich fortan in aller Ruhe die Artikel schreiben, die eben einen Artikel wert sind, und alles andere tröpfelt, vielleicht bald auch hier im Sidebar, effortless (die dritte Fremdwortwiederholung ist jetzt Absicht) nebenbei rein.

Außerdem ergibt das für mich (derweil noch visionär, weil nicht komplett umgesetzt) eine saubere Dreier-Trennung von Datenarten:

“Öffentliche Information”, alles, was ich mit der Welt teile (ob sie nun will oder nicht) (Input & Output)  – Friendfeed.
“Persönliche Information, daten-unkritisch”, Zeugs, das nicht geheim bleiben muss, aber auch nicht von allgemeinem Interesse ist – Google Account
“Persönliche Information, datenkritisch”, Zeugs, das nun wirklich niemanden etwas angeht – am Desktop & USB-Stick, bzw. über sauberes eigenes Server-Postfach.

Also? Los jetzt! Je mehr von euch ich jetzt überzeugen kann, umso weniger imaginary Friends muss ich mir basteln.

Oh, kleines PS noch: Kommentarmöglichkeit mit Antworten direkt unter dem Eintrag, der dadurch wieder nach oben rutscht. Wenn’s nach mir ginge, wäre Twitter damit vergessen.