Morgenfrische wie an einem Sommertag, der Wärme verspricht bevor du sie spürst

Ein schwarzer Handschuh auf der Straße, zwischen zwei parkenden Autos – der Zeigefinger abgeknickt, der Daumen ausgestreckt

Die Bäume kriegen grüne Spitzen, blau der Himmel, leichter Wind

Froh bist du, die Finger auf die Tastatur zu legen und in Verbindung zu treten mit der Welt

Im Netz bist du zu Hause, ohne es seltsam zu finden. Nur sicheres Tasten nach dem, von dem du weißt, daß es da ist. Hier ist Sicherheit. Die Arbeit gut zu tun, sicher zu sein in dem, was du tust, nimmt dir das tiefe Ziehen aus dem Brustbein. Es ist weg. Die Trauminsel des Vortags verblaßt vor der virtuellen Realität. Du gehst über das tiefe Wasser deiner Seele, ohne unterzugehen. Ohne die Angst, unterzugehen. Aus hilfloser, drängender Unruhe wird ein ganz neues, stilles Sehnen. Steht für sich selbst, ohne Verlangen, geändert zu werden.

Aber nicht. Für immer. Irgendwann in die Wohnung, Immer noch still. Erster Sommerzeittag, Licht, Sonne bleibt lange, Fenster offen, fast nicht kalt. Liest ein Buch in warmem Pullover, hörst eine Platte. Als es Zeit ist, das Fenster zu schließen: Flashback. Muß hier raus, singt es in dir, alles hier drückt, ich werde erdrückt, in einfallender Dämmerung zu dir gekommen, zu dem, was du vorbei geglaubt hast, zum guten wie zum schlechten, zur Zuversicht wie zum Schmerz. Schlagartig. Der Wunsch, immer in dieser sicheren Zuflucht Büro zu bleiben. In Verbindung mit der Welt, doch allein. Immer spuckt die Maschine Kaffee aus, der Automat Cola. Aber natürlich ist es nicht so. Warte. Bis es vorbeigeht. Warte