So kurz nach dem Aufgehn, knapp über dem Horizont? Glücklich in den Knochen hatte ich ihn den ganzen Tag schon,  wenn es denn nicht die Sonne war, die sich endlich doch entschlossen hat, Sommer zu spielen. Dass mir heute sogar die Menschen in der U-bahn sympathisch erscheinen. Am Bahnhof liegt einer am warmen Asphalt, Tramperrucksack als Kopfpolster, und liest Handke dabei. Drüben, Richtung Westen, flimmert die Luft über den Schienen. Ich summe leise “Chimes of Freedom” aus dem Kopfhörer mit und drehe den heißen schwarzen Kaffee ganz langsam im Mund.

Viele Takes und ein Lagerfeuer später sitze ich wieder im Zug und heule ihn nicht an, den wunderschönen Mond, das übernimmt ein Anderer für mich, im Kopfhörer. Aber ich stehe am offenen Fenster und lasse den Fahrtwind über mein Gesicht streichen, wie so oft schon, der Mond fährt mit über Hügel und durch Wälder und den Flusslauf entlang, und ich denke an die vielen Male davor und dann denke ich an das erste Mal, als ich noch geweint habe, nicht wegen des konkreten Abschieds, wie die anderen dachten, sondern wegen des permanenten Abschieds vom Leben, der mit dem Augenblick der Geburt beginnt.