Ich träumte von weißen Pferden


Wirklich, letzte Nacht, aber das glaubt mir ja wieder keiner. Ein Strand war es nicht, aber wüstenartiges Land, und die Pferde waren mein Glück, denn sie lenkten die Pumas von mir ab. Die kleinen Pumas hatte ich streicheln wollen, hatte nicht gewusst, dass sie schon zu groß waren, um gestreichelt zu werden. Die Pferde von schräglinkshinten nach schrägrechtsvorn, angeführt von einem einzelnen, scheuen Hengst, der ein bisschen unsicher war, wo er hin wollte, ungefähr so wie das Tour-de-France-Überraschungspferd, nur halt in weiß. Die anderen hinterher, und die Pumas, die mittelgroßen, zu verblüfft, um mich noch anzugreifen. Und so hatte ich, heute morgen schon, diesen Song im Kopf. Ohne Grund eigentlich, und ohne Zusammenhang. Und dann das.

Der Danzer, der war für mich nämlich eher immer einer, der halt auch da war. Einer aus der Szene, ganz gut, manchmal ganz witzig, nett. Aber nicht sooo besonders. Lange Zeit. Bis zu diesem spanischen Gitarrensolo, mit dem Gesang ohne Worte, das irgendwann in die Frage mündete: “Aber sag mir woran – woran meine Liebe glauben wir noch?”

Ein richtiger Chronistinnen-Moment. Ich stand in der Küche, Teller in der einen, Geschirrtuch in der anderen Hand, und hätte beides fallen lassen können. Damalsfreund rührte an einer Spaghettisoße herum, Damalsfreund-Kind spielte im Nebenzimmer eines der frühen Computerspiele, Tetris wohl nicht mehr, Breakout 1st Generation vielleicht. “Ist was?” fragte Damalsfreund, als er sah, dass ich mich nicht mehr rührte. “Nichts” sagte ich und trocknete sorgfältig den Teller fertig ab.

Den Danzer hab ich seither sorgfältig gemieden. Einer der ganz wenigen Heimischen, von dem ich nie ein Konzert gesehen hab. Zu nah ging mir die Frage, zu direkt hat mich der Text getroffen. Und Antwort hab ich bis heute keine.

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Und jetzt hätt ich gern ein Video gelinkt, aber beide youtube-covers sind mies. Naja. Ihr habt’s ja sicher auch zu Haus.


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