Mein Leben ist so irgendwie ein “Dazwischen-Leben”, und dafür lebe ich auch, für die Zwischenwelten, so hieß auch ein Programm von mir vor ungefähr zehn Jahren, “Zwischenwelt ist überall”, und meine Ansicht darüber, ob das ein Segen oder ein Fluch ist, ändert sich monatlich, ach was sage ich: Täglich. Stündlich manchmal sogar.

Selektive Wahrnehmung, natürlich, Selbstbild, natürlich, rationalisierbar, natürlich. Meine Lieblingsrationalisierung: Ich hätte an einem Sonntag geboren werden sollen, wurde aber tatsächlich an einem Montag geboren. Meine Mutter, sonntags mit mir in den Wehen liegend, wurde mit einem wehenverzögernden Mitteln auf den Montag “verschoben”, auf den Tag, an dem der journaldiensthabende Gynäkologe nicht extra aus seinem Gartenhaus anreisen musste. Seht ihr?

Ich bin ein Sonntagskind: Immer wenn ich glaube, dass alles schief geht, führt mich eine Lebenswegs-Kurve aus der Krise. Ich bin aber eben auch ein Montagskind: Immer, wenn ich glaube, es ist alles geritzt, geht am Ende doch irgendetwas schief.

Dazwischen lebe ich. Vorsichtig, mittlerweile.

Mit dem Planen habe ich längst aufgehört – es kommt ja doch alles anders. Besonders in meinem Leben. [Hier wollte ich einige Beispiele einfügen, konnte mich aber nicht entscheiden – es gibt einfach zu viele davon.]