Ich schreibe zunehmend von der Couch aus. Das hätte ich spätestens seit der Anschaffung des neuen Laptops im Dezember machen können, bin aber bis jetzt nicht auf die Idee gekommen. Für anderes wie Bildbearbeitung oder erweiterte Recherche gehe ich dann wieder zum Schreibtisch mit dem Desktop-PC. Es ist eigentlich eine schöne Trennung zwischen Schreibzeit und anderer Arbeitszeit.


Die verminderte Geräuschkulisse draußen macht jeden Tag gefühlt zum Sonntag. Das ist einerseits angenehm, andererseits fördert es nicht unbedingt die Arbeitsmoral.


Gestern beim Blick aus dem Fenster kam gerade ein Nachbar mit zwei Bierkisten vom Einkauf zurück. Es ist derselbe, der letzte Woche schon mit einer Palette Gösserdosen heimgekommen ist, gefolgt von seiner Freundin, die mit zwei Klopapierpackeln links und zwei Klopapierpackeln rechts unterm Arm beladen war. Irgendwie stell ich mir diese Art von Dauerparty dann doch eher trist vor.


Nochmals die Sache mit der Kommunikation. In normalen Zeiten ist es oft genug so, dass ich vormittags mit gar niemandem kommuniziere, oder nur mit dem Einen, oder halt beruflich, aber letzteres ist anders, es bleibt distanziert. Jetzt scheint das Telefon pausenlos zu läuten, der Chateingang durchgehend zu klingeln. Das macht nichts Gutes mit mir, vor lauter anderen Meinungen und Befindlichkeiten weiß ich mittags schon gar nicht mehr, wie es mir selbst geht, was ich selbst denke, oder gar was ich will. Das muss irgendwie bald wieder aufhören, einerseits, andererseits will man ja auch nicht die Menschen vor den Kopf stoßen, die jetzt ein bisschen mehr Ansprache brauchen. Ich weiß auch nicht.


Während ich Duschen und das Zähneputzen auch alleine zu Hause beibehalte, habe ich mich seit ungefähr einer Woche nicht mehr frisiert. Fiel mir gerade beim Blick in den Spiegel auf. Vielleicht nehm ich mir heut Abend Zeit für frische Hennahaare.


Aufräumen. Heute aber wirkli… oh, da kommt schon wieder eine Mail mit einem Anliegen, das nicht warten kann.


Facebook-Challenges zuhauf. Die meisten ignoriere ich. besonders die mit den „Powerfrauen“. Das ist ein Wort, bei dem sich mir sämtliche Zehennägel aufrollen und die Haare noch mehr zu Berge stehen, als sie es ohnehin schon tun. Ich möchte bitte einfach nur Mensch sein, Frau bin ich sowieso, meine Power brauche ich woanders.


Stricken. Das Riesenkuscheltuch ist mittlerweile so breit geworden, dass ich mit zwei Rundstricknadeln arbeite und in der abendlichen Entspannungsstunde gerade mal 3-4 Reihen schaffe. Bald ist es fertig.


Facebook-Challenges die zweite. Na gut, die mit den Schwarzweiss-Fotos, die spiele ich mit. 1/10.