Das Bild ist übrigens kein kläglich misslungener künstlerischer Ansatz, sondern der Versuch, die 320xirgendwas Handy-Bilder trotzdem noch herzuzeígen, wasweissich warum sich die Aufnahmegröße von selber reduziert hat, nachdem ich sie extra auf gross gestellt hatte. 

Nun bringen sie ihr zweites Album auf dem Markt, more or less, zu kaufen gab’s das Ding ja gestern noch nicht. Sie, das sind Ja, Panik, das Kompromisslosigkeit zelebrierende Manifest der Webseite ist Programm, die “Pathetik des egoglobalzentrischen Augenblicks” nennt das der Sufi, der unbedingt hinwill. FM4 und der Falter sind ebenfalls begeistert. Nundenn.

Ab 23 Uhr Einlass sagt ja auch schon was aus. Wir sind gegen halb 12 da, was uns einen guten Standplatz und eine Überdosis 80er-Jahre Musik einbringt. Irgendwie warte ich schon langsam auf ein 90er Revival; sowas wie Grauzone (egal ob remixed) muss ich echt nur zu runden Geburtstagen hören. Übers Flex lässt sich sonst recht wenig sagen, man mag es eben, oder man mag es nicht; ich mag es – und es gibt Wieselburger. Die Wände schwarz, viele Bildschirme, sehr junge Menschen. Soziologischer Schnitt breit gefächert; von “grade noch fähig, den Eintritt zu zahlen” bis “ich hab schon ein iPhone, obwohl ich damit noch gar nicht telefonieren kann” ist alles dabei. “Strange” findet das der Typ von Oceansize, die übrigens heute da spielen, wie er überhaupt ganz Wien “strange” findet; weil hier alles so bunt gemischt ist und man nicht an bestimmten Plätzen eine homogene Gruppe erwarten kann, sagt er auf Nachfrage; dann findet er nicht mehr (oder redet zumindest nicht darüber), sondern legt uns nahe, auch zu seinem Konzert zu kommen, “heavy” werde das, mit “three fat guitars”, was mir ja entsprechen würde, aber leider, die kommende Nacht ist schon verplant.

Während man vorne noch recht gemütlich steht (oder sitzt) wird es hinten schon voll, wie ich beim Ausflug auf unser Lieblingsklo feststelle. Langsam schiebt sich die Masse auch nach vorn. Ich hol mir ein zweites Bier und denke drüber nach, wieso Massen mich nervös machen. Das liegt nicht am Alter, das war schon immer so. Aber auch sonst bin ich mir nicht so ganz sicher.

Endlich geht es irgendwann los. Zur Kernband ist ein Chor hinzugekommen, der in sakralen Gewändern eher unsakral singt. Der Sound im Flex ist erstklassig, klar und sauber, was der Band nicht unbedingt steht – und außerdem kleine Fehler ebenso glasklar dastehen lässt. “Hm…” sage ich. “Zuwenig gesoffen!” sagt der Sufi (die Band, nicht wir). Die Magie aus den kleinen finnischen Clubs (→1, →2, 3 nicht online) will sich nicht so recht einstellen; was jetzt nicht heißt, dass die Musik nicht gut wär – Texte stark wie immer, kraftvoller Sound, nur über weite Strecken ohne jegliches Feeling. Das ändert sich momentweise; im dritten Drittel des Lou-Reed-Covers etwa, auch sonst dazwischen glücklicherweise immer wieder. Die Stimmung bleibt lange entsprechend freundlich, aber kühl.

Das ändert sich mit den Zugaben – die alten “beinah-Hits” bringen richtig Stimmung auf. Künstlerisch weniger wertvoll – aber mitsingbarer? Schade vielleicht?

Zum Schluss noch 3 Songs mit “Ehrenschutz”-Sängerin Christiane Rösinger, echtes Highlight des Abends, Applaus nach Berlin!