Jänner, halt

Viel zu früh wachgeseufzt, starte ich den Tag vor Sonnenaufgang. Kaffee im Halbdunkel, dann wage ich mich raus in die feindliche Umwelt. Es ist kalt. So kalt, dass ich bereue, mit der mittelwarmen jacke unterwegs zu sein statt mit der mobilen Daunendecke. Die Straßenbahn fährt mir davon, und ich nehme den Weg durch den Park zur U-Bahn. Die Kälte beißt durch die Hose, und alles ist grau bereift. Die Wiesen, die Bäume, die Autos, eine Welt fast ohne Farbe. Fast.

Auch die Menschen wirken grau bereift, die besonders. Ein kleiner Hund pieselt zittrig gegen einen großen Baum und will dann vehement auf den Arm des Herrls. Das Herrl gehorcht.

In der U-Bahn ist es still. In der Bäckerei kann sich der Mistkübler vor mir nicht zwischen Nuß- und Mohnschnecke entscheiden. Schließlich nimmt er beide. Ich trage meine Frühaufsteherbelohnung heim und gehe an die Arbeit.