Willst du wirklich hinauf auf die Burg? frage ich den Sufi, wenig begeistert, aber alle haben uns diese Burg ans Herz gelegt, wahrscheinlich wäre sie sogar begehenswert, wäre man nicht so müde und hätte man nicht von so vielen Seiten gehört, dass man da hinauf _muss_, man mag es halt nicht, irgendetwas zu müssen. Nein! sagt der Sufi, fast indigniert, Was interessiert mich die Burg, ich will wissen, wie die Menschen hier leben!. Ich bin beruhigt. Stattdessen schlendern wir am Burggarten entlang, die Gassen hügelabwärts golden abendsonnig, das gibt Anblicke und Fotoklicke und könnte ewig so weiter gehen. Obwohl, Menschen sieht man kaum.
066Auf einem kleinen Platz finden wir das “Mediterran Cafe”, unglaublich, dass man im Oktober noch draußen sitzen kann, die Spezialitäten haben italienische Namen oder heißen nach nordafrikanischen Städten, obwohl es fast immer mit Straußenfleisch zu tun hat. Am Nebentisch erst Italiener, dann Budapester Jungschnösel. Ich habe keine Lust, mich mit der Speisekarte zu beschäftigen, und nehme touristisch korrekt die Gulaschsuppe (die hier eine fast klare Suppe mit Fleisch und Gemüse und Paprika ist), ohne mich dafür zu schämen. Die überaus nette Bedienung warnt vor dem beigelegten Pfefferoni; einen Unfall hätte es kürzlich gegeben, jemand hätte abgebissen und anschließend den Arzt gebraucht, weil er nicht mehr schlucken konnte. Ich beiße und finde das Ding scharf aber nicht _so_ scharf. Es passt sehr gut zum Paprikageschmack.

Hier könnte man sitzen bleiben, eine ganze Weile, zumindest bis das Wetter umschlägt; aber so viel Zeit haben wir ja auch wieder nicht. Wir jonglieren mit dem ungewohnten Fremdgeld und machen uns dann auf den Weiterweg.