Draußen ist es finster, lange bevor es dunkel wird. Da hilft auch die Sommerzeit nicht. Weltenmaler sterben, auch Tonbastler sterben, schade, aber kaum verwunderlich. Haben doch längst nicht mehr in diese Welt gepasst, in die Bindochnichtblödwelt, in die Functionalfoodwelt, in die Schöneneuewelt. Meine erste Begegnung mit dem Herrn Lem, oderbesser: Mit seinen Texten, hatte ich im Technischen Museum, “futurologischer Kongress”, Solo-Lesung oder -Aufführung, weißnichtmehrwer, war aber sehr beeindruckend, damals, 1987 glaubich. Ihn dann quergelesen, aber immer beim futurologischen Kongress geblieben als Lemsches Lieblingsbuch, nichts anderes, Solaris schon gar nicht. Dann noch eher manche Kurzgeschichten, aber irgendwie geht das nicht so richtig zusammen, ich und Kurzgeschichten, weshalb ich mir Details auch schwer merke und Namen und sowas. Wozu auch. Nikki Sudden dagegen, da weiß ich kein erstes Mal, der war immer da irgendwie, und auch wieder nicht. “Istdasnichtderder…” die häufigste Reaktion auf seinen Namen, manchmal war er’s, und manchmal nicht.

Der Stadt ist das alles egal, sie riecht übrigens auch nicht nach Hundescheisse, heute, wie allenthalben behauptet wird, sie riecht nach nasser Erde und nassem Asphalt. Das ist immerhin gut so, ein Frühlingszeichen, dass man wieder riechen kann. Was auch immer. An der nächsten Ecke zwei, die mit Stativ und Kamera die einfliegenden Airliner filmen und Passanten fragen “Störtsiederfluglärm?”. Sehr enttäuscht, als ich nein sage; die Kamera dann gleich abgedreht und schulterzuckend den nächsten Spaziergänger anvisiert, schade, ich hätte gerne erzählt, was mich viel mehr stört: Die Altauto-Fahrer zum Beispiel, die um 6 Uhr früh erst 3 Minuten lang Vollgas geben, bis das Kreibl verlässlich rennt; der Harley-Typ (sorry, Trurl…), der zu jedem Frühlingsbeginn mindestens eine Woche lang jeden sonnigen Nachmittag an seinem Kübel arbeitet, und zwar bei laufendem Motor; die Trankler, die langsam wieder auftauen und verlässlich um drei Uhr früh lauthals auf die Straße speiben. Übrigens wesentlich ekliger als die Hundescheisse, die Speiberei. Hach, mir fiele noch eine Menge Lärm ein, der mich wesentlich mehr stört als die sanft brummenden Airliner. Aber die Bürgerinitiative interessiert das nicht, die wollen initiieren. Was auch immer.

Unten am Wienerberg sind sie übrigens deutlich lauter, die einfliegenden Jets. Mein flugsoundvertrautes Ohr glaubt, herauszuhören, dass über dem Zehnten (Bezirk) schon angebremst wird, über dem Fünften aber noch nicht. Wie auch immer. Ich werde weder gegen Hundekot noch gegen Fluglärm unterschreiben, wäre aber jederzeit bereit, eine Initiative gegen die Lärmentwicklung der Müllabfuhr zu entwickeln. Ich meine, comeon, jede Technik wird ständig weiterentwickelt, wieso müssen die orangen dann noch den gleichen Lärm machen wie vor 30 Jahren? Nein, nicht die orangen, ich mein die Mistkübler. Obwohl der Unterschied zugegebenermaßen nichtsehrgroß ist.

Achja, einsnoch, eine neue Zeitung kriegen wir auch, habichjetzkeinenlinkfür, habichimradiogehört. Eine Tageszeitung für “Junge Menschen und Frauen”. Haha, aha. Könnte spannend werden, wird aber nicht, kommt nämlich von den Fellners. Willsagen Klatsch und Quatsch und Skandälchen und Fläppchen. Kloa, des homma no braucht. An ihrem Kiosk, ab September, wenn ich mich recht entsinne. Aber im September ist sowieso, ach, lassenwirdas. Für heute.

Übrigens: Nein, meine Leertaste hängt nicht, ichwilldasheuteso.