Klagenfurter Wettlesen 2005 / 1.Tag / NM

Kristof Magnusson (Webseite des Autors): Zuhause – hatte beim Zuhören so ein bisschen ein Webloggefühl (so, wie ich samstagnachts manchmal dem Sufi Stories aus Weblogs vorlese, die ich die Woche über sammle); verdichtete Bruchstücke aus fremden Leben, die relativ zusammenhanglos in der rauchigen Luft herumhängen; vermutlich spricht das eigentlich für den Text, wirkt aber Klagenfurt doch ein bisschen befremdlich. “Belanglos”, nennt es die Radisch.

Helmut Kuhn: Savant – Bingo! Der Bachmannpreis hat seine erste Geburt, eine Zangengeburt gar. Blut und Schweiß fließen in Strömen. “Ein dumpfes, ein metallisch rotes Geräusch”. Äh? “Herausgemeißelt” gar ist das Kind, als es dann endlich da ist. Dabei hat es so schön angefangen, mit dem Bild vom kleinen, geizigen Lagerverwalter im Hirn. Und dann nochmal Bingo!, der erste Tod.

[Erstaunlich nur, dass die Jury so einmütig gegen den Text spricht, dass nicht einmal mehr der Einladende sich richtig dafür zu sprechen traut – Ich denke, vor ein paar Jahren hätte das entsetzlich ungeschickte dunkle Trumm von Text noch einige Fans gefunden.]

Natalie Balkow: Oben, wo nichts mehr ist Seltsam sympathisch, diese neurotische Isa. Obwohl nicht recht zu erkennen ist, wo der Text hinwill, gehe ich gerne mit. Vortrag nicht besonders, leider, etwas unsicher und gehetzt.

[Sieht aus, als müsste ich meinem Klagenfurt-Buzzword-Bingo einen neuen Eintrag hinzufügen: offenbar muss in jedem ernstzunehmenden Frauentext das Wort “Ficken” vorkommen, nur einmal, aber an möglichst unerwarteter Stelle.]