Klagenfurter Wettlesen 2005 / 2.Tag / NM


Thomas Lang: Am Seil – starke Story, gut erzählt, die Auflösung etwas zu simpel. Da war ich wohl noch nicht ganz wach.

Sabine Schiffner: Kindbettfieber – Angenehmer Text, bisschen Thomas Mann [fällt der Jury dann auch ein], irgendwie spannend gar (ohne dass die Spannung aufgegelöst wird); hier “gehen” auch die alten Adjektive, weil man sie den Gedanken der Figuren glaubt. [Wann hat in Klagenfurt zuletzt jemand gesungen?] [“gar nicht” geht hier die Jury, Detering fängt an, der sinngemäß meint, man dürfe die Geschichte nicht erzählen, ohne Geschichtliches zu erwähnen.]

Eva von Schirach – der Text ist noch nicht online, und der Vortrag ist zu nervtötend, um genau zuzuhören. Klingt irgendwie nach “Desperate Housewives”. Irgendwer will irgendwen umbringen, “aber richtig”, damit nicht nur eine Nickelallergie von der Geschossummantelung zurückbleibt. Am Schluss hat die Erzählerin “das letzte Wort und den ersten Kuss”. Gnaaa. [Da fallen dann auch noch Jury-Worte wie “Tradition der Jelinek” und “vielschichtige Satire”. Aber was nicht beisst, ist nie Satire]


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