Die Insel Corvo liegt im äußersten Westen der Azoren […]

In den Reisenden sickert “insularidade” schon wenige Tage nach der Ankunft auf Corvo ein, jener innere Widerstreit zwischen Fernweh und Heimweh, in dieser Abgeschiedenheit, dieser scheinbaren Weltvergessenheit; wenn stürmische Tage ereignislos dahingehen und sich in ihrem Verlauf so sehr gleichen, als erlebte man denselben Tag immer von neuem; wenn der Südost an Fenstern und Dächern rüttelt, der Horizont bis auf die Länge einer Angelleine heranrückt und der Wunsch, ihn hinter sich zu lassen, größer, drängender wird, ohne dass der Reisende jedoch wirklich fort will; wenn einzelne Strahlenbündel draußen auf dem Meer ein Glitzern hinstreuen, wirbelnd wie phosphoreszierende Tierchen, die aus der Tiefe emporsteigen; wenn abends jene eigenartige Stille im Dorf einkehrt, gefolgt von den jähen, unirdischen Schreien der Gelbschnabel-Sturmtaucher, die über der Steilküste durch die Nacht gellen.