Von der Vorspeisenplatte stammt die Empfehlung für das Bestatterweblog, der ich mit möglicherweise wienerisch-morbider Neugierde natürlich sofort gefolgt bin. Etliche interessante und teils auch lehrreiche Einträge (Seiten) später stieß ich auf diesen. Leider brachte eine (bislang flüchtige) Recherche nicht mehr zum Thema auf den Schirm. So muss ich wohl meinen Haus- und Hof-Ethnologen befragen, ob man zu einer bestimmten Religion gehören muss, um nach dem Tod von Raben oder Geiern gefressen werden zu dürfen, oder ob es reicht, zur richtigen (?) Zeit am richtigen Ort zu sein.

Makaber? Finde ich gar nicht.

Als kürzlich in leicht illuminierter Freundesrunde das Thema aufkam, wie die Anwesenden dereinst begraben werden möchten, antwortete ich wahrheitsgemäß mit “Gar nicht” und führte aus, dass es doch viel nachhaltiger (und ehrlicher) wäre, die leblose Hülle in irgendeiner Form wieder zur Natur zurückkehren zu lassen – dem Kreislauf von Leben und Tod folgend. Die Anwesenden fanden das “makaber” bis “ekelhaft”. Versteh ich nicht. (Versteh ich, kulturbedingt, also sehr bedingt, natürlich schon. Da die damals Anwesenden aber, soweit bekannt, atheistisch bis agnostisch sind und religiösen Ritualen im Normalfall eher skeptisch gegenüberstehen, verstehe ich es eben auch wieder nicht.)

Den Gedanken, meinen dereinst nicht mehr lebendigen Körper der Möglichkeit zu berauben, sich noch ein letztes Mal als nützlich zu erweisen – sei es als Tierfutter oder Pflanzendünger – finde ich jammerschade und in höchstem Grade unnatürlich. Die Vorstellung, meinen Ex-Körper oder dessen verbrannte Moleküle durch einen Stein zu garnieren, auf dem mein Name steht, nachgerade absurd. Die Idee gar, dass Freunde oder Verwandte diesen Stein besuchen könnten, um sich zu erinnern, einfach schauerlich. Friedhöfe erinnern doch immer nur an den Tod, nicht an das Leben.

Und wenn es unter heutigen Bedingungen eine unerfüllbare Wunschvorstellung ist, von wilden Tieren abgenagt zu werden, dann soll mich nach meinem Tod (also in möglichst ferner Zukunft, wenn ich das noch anmerken darf) wenigstens die Wissenschaft zerschnipseln.