Morgens um 9 ist die Welt nicht in Ordnung


Ich liege noch gemütlich im Bett herum: Auf einmal ein wahres Inferno von Folgetonhörnern. Nanu. Hat der Sturm etwa ein Haus umgeblasen? Wohl kaum. Blick aus dem Fenster, nichts zu sehen. Kein Wunder, die Action war nämlich ums Eck.

Ich habe mich ja mittlerweile daran gewöhnt, in einer Gegend zu wohnen, in der häufig mitten in der Nacht Sauflieder geschmettert werden oder jemand lauthals kotzt. Verläßlich wie die Kirchturmuhr täglich um Punkt halb 3 Uhr (früh) der Mann auf dem Fahrrad, der, seiner Fahrweise nach nüchtern, beim Fahrradfahren orientalische Liebeslieder singt (tolle Stimme übrigens, könnte sich bei Starmania bewerben). Und an die vielstimmigen “Ruhe”-Rufe, wenn das Paar gegenüber wieder einmal bei offenem Fenster Sex hat. Oder dass ein paar frustrierte Jugendliche es beruhigend finden, nachts auf irgendwelche Autos einzudreschen, bis die Kieberei kommt.

Aber explodierende Mülltonnen, Kinder, das muss nun wirklich nicht sein.

Zusammen mit dem Banküberfall, den der Sufi letzten Freitag beinahe beobachtet hat, ergibt sich das irrationale Gefühl, plötzlich unangenehm nahe an die Chronik-Seiten herangerückt zu sein, die sich sonst eher in weiter Entfernung befinden.


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