1 Gitarrenkoffer und 2 Paar Schuhe vor dem Garderobenständer. Gut, sie sind noch da drin. Ein paar Worte wechseln mit einem Mädchen, wir nehmen einen Drink zusammen. Gehen hinaus vor die Tür, sehen auf die Straße, die Schotterstraße den Berg herauf. Vorne steht unser Jeep, nass vom Regen. Es war eine anstrengende Fahrt.

Auf der Terrasse eine Hängematte, ich schaukle leicht und höre die beiden spielen, irgendwo im Haus. Am Himmel der Mond. Ich weiß, welcher Ton, welches Riff von wem kommt. Das macht mich froh. Am Geländer ungeduldig das Mädchen. Was die da drin immer zu spielen haben. Wo es doch viel netter wäre zu plaudern. Ich schweige und schließe die Augen. Sehe trotzdem den Mond.

Später das Konzert. Der Saal ist leer. Der, der hier zu Hause ist, kontrolliert die Bühne. Dass er doch nicht zu spielen braucht, wenn sonst niemand hier ist, will ich ihm sagen. Da sehe ich erst: am Bühnenaufgang sitzen eine Handvoll alter Männer und Frauen. Sie wippen im Takt einer Musik, die man nicht hört.

Wo wohl der zweite Gitarrist geblieben ist, der, mit dem ich gekommen bin? Er hat Schwierigkeiten, seine Cowboystiefel anzuziehen, sagt das Mädchen, das Leder ist feucht geworden vom Regen. Der andere ist zufrieden mit dem Bühnenaufbau, er nimmt die Gitarre, steckt sie an und kommt nach vorne zur Treppe. Es ist eine cremeweiße Fender mit Perlmutt-Griffbrett. Die passt zum weißen Anzug mit den Perlmutt-Knöpfen. Er steht, mit dem Daumen über den Saiten, spielt aber nicht. Schaut mir direkt in die Augen. Jetzt müsste ich etwas sagen, fragen. Ich tue es nicht.

Dann schließt er die Augen, beginnt zu spielen. Es ist nur ein Ton. Jetzt ist es zu spät, weiß ich, für mich ist es zu spät und für den Mann mit den Cowboystiefeln auch. Von der Bühne her noch immer dieser eine Ton, der schwebt, sich verändert, erzählt. Der Gitarrist horcht seinem Ton nach, beugt sich nach vorne, bis die langen schwarzen Haare über sein Gesicht fallen, es halb verdecken. Er sieht wunderschön aus.