Nachrichten aus Meta-Land

(Dieser Beitrag hat im Laufe der Jahre leider viele tote Links entwickelt, bleibt aber aus Gründen der Netzarchäologie dennoch online. – Anm. 2017)

Seit ich mit Friendfeed und Twitter auch dem digitalen Communityleben verfallen bin, hat sich mein Lese- und Linkverhalten deutlich verändert. Das meiste davon spiegelt sich trotz des hübsch platzierten Lifestreams (längst weg, Anm. 2017)  hier gar nicht mehr wider. Weil, hier Mal ein “Like” vergeben, dort ein Bookmark bei einem von drei nur teilvernetzten Diensten, oh, und was ich mir aus irgendwelchen Gründen aufheben will, landet natürlich in Evernote. Das “aller Tage”-Buch, das dieses Weblog immer sein wollte, ist also längst nur mehr ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich wahrnehme und was mich beschäftigt.

Ein kleiner Ausschnitt von heute* Für die Content-Puristen: Der erste Link passiert auf Anfrage, wird aber davon nicht weniger interessant:
Warum ein Altkommunist in Italien Gesetze im Sinne von Europas bekanntestem Rechtsaußen (sorry, Herr Strache, wird schon noch) erlässt, ist eine Frage, die man, wie im Italien Blog geschehen, ruhig laut stellen sollte. → Giorgio Napolitano

Oh, ganz nebenbei, zu rechtsaußen fällt mir noch was ein, worüber ich (trotz meiner Weigerung, irgendjemandem den Tod zu wünschen) ziemlich kichern musste:

…aber zurück zum heutigen Tag. Gleich aus zwei Ecken, nämlich aus meinem Feedreader und aus einem Friendfeed-Link, wurde ich auf diese wunderbare Geschichte aufmerksam gemacht, die literarisch und spannungstechnisch weit über etlichen Büchern rangiert, die ich in diesem jahr lesen musste (sorry, liebe Autoren, wird schon noch): → Mein Leben als Sohn.

Und damit die Luftfahrt hier auch nicht zu kurz kommt, sei noch nebenbei erwähnt, dass der lange erwartete Zeppelin NT Amerika endlich erreicht hat. Und Google hat sich einen Alphajet gekauft. (Für Experimente, sagen sie. Aber vielleicht geht’s langfristig doch um die Weltherrschaft? …wird schon noch!) → Zeppelin NT über Amerika.

Aber natürlich geht es nicht nur um die täglichen Links, sondern auch darum, wen man eigentlich täglich gerne liest – auch hier hat mein Friendfeed den Feedreader und die Blogroll längst überholt. Dass zum Beispiel im Spreeblick so viel Interessantes passiert, wär mir ohne Friendfeed nie aufgefallen. Alle meine Luftfahrt-Feeds zusammen bringen nicht so viel interessante Flieger-Links wie Indytransponder. Photographie in Theorie und Praxis lass ich mir gerne von Martin Gommel servieren. Und dazu (und zu den üblichen Verdächtigen) kommen noch die Geschichten und Verlinkungen von mir bislang auch auf der Netzebene unbekannten, aber virtuell sympathischen Menschen wie Dirk Nolte, Claudia Kilian und Lars Breidenbach (& some more, ich bin des Linkens müde… hier kommen alle zusammen).

Je mehr sich aber mein virtuelles Dasein aus der Wortwerkstatt auf vernetzte Communities verlagert, umso mehr schleicht sich eben auch dieses unterschwellige Unbehagen ein. Vielleicht bin ich (und in meinem Alter dürfte ich es bis zu einem gewissen Grad durchaus schon sein) ja einfach altmodisch, wenn ich immer noch denke: Meine Domain. Meine Seite. Meine Inhalte. Meine Fundstücke. Aber das schöne am Netz ist ja, dass man, egal wie alt- oder neumodisch man sein möchte, sich seine eigene Nische bauen kann – und diesen Gedanken habe ich trotz aller Abwege noch nicht aufgegeben.

Wieder ins Bewusstsein gerufen hat mir diesen an sich nicht neuen Gedankengang der Artikel bei Konstantin Klein, der drüben übrigens seinen Erkenntnissen mittlerweile fleißig folgt. Das ist ein Ansatz, selber hätte ich es doch gern eine Spur automatisierter. Was ja auch gehen müsste, oder gehen würde, wenn ich mich in ein paar Dinge ein bisschen mehr reinknien würde (Yahoo Pipes? RSS-Programmierung? EE-Plugins?) – aber was mich davon abhält (außer meinem natürlichen Hang zur Prokrastination) ist die erwartete Version 2.0 von Expressionengine, die bekanntlich im zweiten Quartal ‘08 im Sommer 2008, also wahrscheinlich vielleicht noch dieses Jahr herauskommen wird. Damit soll nämlich alles auf magische Art viel einfacher werden. (Wobei übrigens unklar bleibt, was genau auf welche Art einfacher wird, denn bis auf ein paar mickrige Backend-Previews rückt EE nichts raus – seltsame Geschäftspolitik, eigentlich, aber das wär ein ganz anderes Thema.)

Da hilft nur abwarten und Tee trinken. Der November ist ohnehin eng, zeitmäßig betrachtet. Seit ich mich entschlossen habe, an Nanowrimo teilzunehmen, trudeln Anfragen und Anforderungen mit einer Frequenz herein, die ich mir in den letzten Monaten gewünscht hätte. Ich nehm sie alle, ich mach sie alle, und meinen Roman schreib ich trotzdem, hab ich beschlossen. Danach bin ich entweder tot oder reich und/oder berühmt. I’ll keep you posted.

Sollte ich aber am Leben bleiben, ist der Dezember auf jeden Fall ein guter Monat, um sich um die Reogarnisation der Lebens-Stränge zu kümmern. Ein paar Ideen hätte ich. Wird schon noch…