Nachts um vier aufgewacht, mit dem Gefühl, dass jetzt gleich ein Erdbeben kommt. Erstaunlich wenig Angst dabei, mehr so das Bedürfnis, eine möglichst effektive Überlebensstrategie zu entwickeln.

Wieder eingeschlafen und im Traum Gespräche geführt, die meinen Gesprächspartnern sehr wichtig schienen, mich aber langweilten. Die Sprecher kamen mir auch immer viel zu nah, als müsse man mir ins Ohr flüstern, dass es morgen wohl endlich regnen wird, wie ein großes Geheimnis. Ich war ständig damit beschäftigt, einen Schritt zurückzutreten.

Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster das Aufstehen verworfen, umgedreht und fast bis Mittag weitergeschlafen. Beim Dann-Doch-Aufstehen geradezu beruhigt darüber, dass ich das noch kann, und dass mich die senile Bettflucht noch nicht gänzlich in den Klauen hat.

Gestern noch darüber schreiben wollen, wie entspannt es sich auch Mitte Oktober mit kurzen Ärmeln bei offenem Fenster sitzen lässt, heute ist es damit schon vorbei. Man darf sich eh nicht beschweren nach so einem Sommer, aber ein bisschen beschwere ich mich doch.