Nach meiner vierten Runde Nanowrimo bin ich etwas erschöpft, furchtbar unzufrieden mit der Story, aber zufrieden damit, es durchgezogen zu haben.

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Im Rückblick auf vier Jahre Nano habe ich festgestellt, dass es vier sehr verschiedene Erfahrungen waren. “Been there, done that” gilt also nicht, es kann und wird vermutlich ein nächstes Jahr geben – wer weiß, was ich dann wieder über mich und das Schreiben lerne.

2008 war ich Nano-Neuling, hochmotiviert und bestens vorbereitet. Ich habe meinen täglichen Wordcount eingehalten und akribisch meine Fortschritte notiert. Herausgekommen ist eine Story, von der ich dachte – oder eigentlich immer noch denke – dass sie mit ein bisschen Zuwendung druckfähig und lesenswert ist. (Ich müsst es halt nur machen.)

2009 hatte ich eine neue Geschichte im Kopf, aber als ich meine Finger auf die Tastatur legte, drängten sich die Figuren aus dem Vorjahr in den Vordergrund. Die Geschichte war zwar rund, aber meine Charaktere vom letzten Mal waren noch nicht miteinander fertig. Ich ließ es zu, und es war ein Sequel, das man – mit etwas Arbeit – mit der 2008er-Geschichte verweben und diese noch lesenswerter machen könnte. (Ich müsst es halt nur machen.)

2010 hatte ich eine vage Idee im Kopf, die sich schon in der ersten Session als unhaltbar erwies. Entmutigt und von dummen RL-Problemen abgelenkt, gab ich schon vor Ablauf der ersten Woche auf.

2011 hatte ich den verwegenen Plan, in mein Unterbewusstsein zu tauchen und eine beinharte Abrechnung mit meinem bisherigen Leben zu verfassen. Allein, mein Unterbewusstsein sträubte sich. Statt tiefer Gefühle und Einsichten zauberte es sprechende Katzen, timewarpende Räume und eine Vielzahl an bunten Alternativ-Universen hervor. Das war ein bisschen frustrierend, und ich war mehr als einmal daran, den unliterarischen Unsinn hinzuwerfen. Es gab Tage, an denen ich gar nichts schrieb, Tage, an denen ich schrieb, aber keinen Worcount eingetragen habe, weil ich alles einfach nur unerträglich schlecht fand, und Tage, an denen ich mich an den Computer prügelte, um 2-3tausend Wörter aufzuholen, die ich aus Frustration am Vortag wieder gelöscht hatte. Weil ein zweites Mal “verlieren” wollte ich nicht. Am Schluss stand ein dreitägiger Schreibmarathon, 17.000 Wörter. Da bleibt keine Zeit zum Denken oder gar Rechtschreiben. Am Schluss hatte ich Hemmungen, das Ding zu validieren – weil einfach völlig klar war, dass das Resultat durch und durch Scheiße ist. Aber auf den zweiten Blick: Eine gute Geschichte wird ja bei Nano nicht verlangt. Es genügt eine Geschichte, mit Anfang, Mitte und Schluss, in mindestens 50.000 Wörtern. Und das habe ich auch “vollbracht”. Lesenswert oder gar literarisch wertvoll muss es nicht sein.

Daher wird von meiner heurigen Geschichte “Dark Days” nichts weiter öffentlich werden als dieses hübsche Wordle-Doodle. Und ich bin trotzdem zufrieden. Und das ist auch gut so.

Nano2011