No Future, no Zone

Ich bedauere, dass die Futurezone so unverhältnismäßig in den Mittelpunkt gerückt wird. Sie wird zwar abgedreht, aber: Na, und? Es geht schließlich um die Inhalte und diese werden wir anders auch bringen.

…Alexander Wrabetz gegenüber derStandard.at. Mir fehlen ein bisschen die Worte angesichts einer derartigen Dosis von Netz-Unverständnis.

Mit der Futurezone hat sich der ORF ein kräftiges Bein weggesäbelt, aber auch das Hirn bleibt nicht ganz. Nur sieben Tage sollen die Inhalte (alle Inhalte!) künftig zur Verfügung stehen dürfen. Permalinks, die ihren Namen verdienen, wird es also künftig auch dort nicht mehr geben, wo sie bisher verlässlich waren. Weniger schmerzhaft das Verbot von Spielen und anderen Kleinigkeiten und das Verbot der “Schaffung eigens für mobile Endgeräte bestimmter Angebote”; (mir) rätselhaft das Verbot von Links auf soziale Netzwerke. Vollends absurd und nachrichtenlagenfremd die Beschränkung auf 80 Beiträge pro Woche in der Bundesländerberichterstattung. Zusammenfassung der Änderungen: Kurier und Heise (unterschiedliche Gewichtung).

Und der folgende Absatz macht das online-Angebot des ORF vollends überflüssig, wenn es tatsächlich so umgesetzt werden sollte (Hervorhebungen von mir):

„Sendungsbegleitende Angebote dürfen kein eigenständiges, von der konkreten Hörfunk oder Fernsehsendung losgelöstes Angebot darstellen und nicht nach Gesamtgestaltung und -inhalt dem Online-Angebot von Zeitungen und Zeitschriften entsprechen; insbesondere darf kein von der Begleitung der konkreten Hörfunk- oder Fernsehsendungen losgelöstes, vertiefendes Angebot in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Chronik, Kultur und Wissenschaft (einschließlich Technologie), Sport, Mode- und Gesellschaftsberichterstattung bereitgestellt werden.“

Na dann. Abschaffen und bestenfalls noch die Worte des Nachrichtensprechers abtippen.

Lesenswert dazu:
Die Zeit
Jacqueline Godany im Datum
Christoph Chorherr

Lesenswert-Nachtrag:
zurPolitik.com