Nur ein Moment


An der Supermarktkasse, vor mir ein Vater mit seinem Sohn, vielleicht 7, vielleicht 8. Der Bub hilft seinem Vater, die Sachen aus dem Einkaufswagen auf das Laufband zu legen. Eine Packung Kekse fällt ihm aus der Hand, direkt vor meine Füße. Ich hebe sie auf, gebe sie dem Sohn in die Hand. Der legt sie aufs Band und bedankt sich bei mir, so lieb und artig, dass ich lachen muss. Und während ich lache, fällt mein Blick auf den Vater, der auch lacht, bernsteinfarbene Augen hat er und ein liebes, warmes Lachen – und für einen Moment, einen kleinen, winzigen Moment, bin ich die Mutter dieses Sohnes, die Frau dieses Vaters, und bin es immer schon gewesen.

Einfach so.

Schon wieder ein fremdes Leben, das ich aufgelesen habe, einfach so, und das vielleicht irgendwann einmal eine Geschichte wird. Einfach so.


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