Kaffee, schreibt einer und vertieft dann: wie die aufgeschäumte Milch dem tiefschwarzen Gebräu den letzten Schliff verleiht.

Schon stehe ich vor der Espressomaschine und sehe vertraute Hände, blass, feine Härchen, ein Lachen dazu, noch verschlafen, Haare unfrisiert dunkellockig zum Hineinwühlen, ringsum erwachende Geschäftigkeit, mein selbstberuhigendes Ausatmen übertönt vom Milchschaumgeräusch, wie dieser Körper wohl riechen würde? Imaginiere diesen feinen Schlafgeruch der Menschen, die lieber vor dem Schlafengehen duschen: “Wie Radiergummi” lacht er und erzählt, dass das seine Ex immer gesagt hätte, “Du riechst wie Radiergummi” – oder ist das ein anderer, zu einer anderen Zeit? Der tagbringende Kaffeeduft deckt alles zu, macht keinen Sinn die Nase hineinzustecken in diese Halsgrube, auch wenn ich es wagen würde: Aber ich wage es nicht, schaue möglichst unschuldig stattdessen und rede von etwas anderem, von meinen Texten zum Beispiel, dazu bin ich ja hier.