1. Warum hast Du Dich als Kind jedes Jahr auf den Herbst gefreut?
Wettermäßig war ich schon in meiner Kindheit ein Fan von Frühling und Sommer. So komisch das jetzt klingen mag, das Glück des Herbstes war der Schulbeginn. Neue leere Schulhefte, die auf den Kuss meiner Füllfeder warteten. Druckfrisch riechende Schulbücher. Das war schon immer wieder ein bisschen Vorfreude wert.

2.  Am liebsten warst Du als Kind an diesem Ort:
In meiner Hängematte unter dem Baum mit den Frühäpfeln, die außer mir niemandem geschmeckt haben.

3. Was war Dein Lieblingsspielzeug?
Meine Grossmutter wurde nicht müde, mir zu erzählen, wie sehr ich als Baby an meinem “Wurschtel” gehängt bin. Das war ein satinstoffiger Bajazzo in Lindgrün und Purpur. Daran kann ich mich aber nicht erinnern. Erinnern kann ich mich an einen schwarzen Plüschpudel, dem ich eine Leine aus Geschenkband umband, um ihn überall hinter mir her zu ziehen. Meine Großmutter hat sich dafür sehr geniert, insbesondere, als wir meine Mutter in der Nervenklinik besuchten und einer der dortigen Ärzte erst mich und dann den Pudel beäugte und fragte “Was hast du denn da? Ist das dein Hund?” – Ich erklärte ihm sehr ernst, dass das mein Pudel wäre, ich aber lieber einen Dackel hätte. Und ich werde sicher nie vergessen, mit welcher Intensität meine Großmutter dem Arzt klarmachen wollte, dass ich hier keineswegs eingesperrt sei, sondern nur spiele – was der Arzt vermutlich längst wusste.

4. An was erinnerst Du Dich als erstes, wenn Du an Deine Einschulung zurück denkst?
An den Tag der Aufnahmeformalitäten (es waren die geburtenstarken Jahrgänge, und wir mussten in einem Gespräch mit dem Direktor unsere Reife beweisen, um nicht ein Jahr zurückgestuft zu werden).  Der Direktor fragte mich: “Freust du dich schon auf die Schule?” und ich antwortete bestimmt und wortkarg mit einem schlichten “Nein!”.  Während meine Großeltern auf mich einredeten, um mir klarzumachen, dass das jetzt hier die falsche Antwort war, fragte der Direktor unbeirrt weiter: “Und warum nicht?” – “Weil ich dann nicht mehr in Ruhe lesen kann.” Der Direktor war beeindruckt, ich wurde eingeschult, und meinen Großeltern war die Geschichte noch jahrelang peinlich.

5. Welchen Spitznamen hattest Du in der Schule?
Ich erzähl euch viel, aber das erzähl ich euch nicht.

6. Du kannst einen Brief an Dich als Teenager schicken. Was schreibst Du Dir?
Hej, du bist nur einmal so jung, also leb danach! (Aber vergiss dabei nicht, dass sich alle anderen ewig an das erinnern, was du jetzt aufführst.)

7. Ein Erziehungs-Spruch Deiner Eltern, den Du Deinen Kindern ersparen willst/wolltest?
“Nur nicht auffallen!”