Sollen wir nicht doch noch einen Tag bleiben, jetzt, wo endlich die Sonne scheint, ja, nein, ich weiß nicht. Die weißen Segel auf der Dahme leuchten sommerfroh. Ach was, wir fahren. Ein Tag mehr wäre ohnehin nicht genug gewesen. 750 Kilometer zwischen dort und hier. Tanken ist teuer, hier mehr, dort etwas weniger. Was für ein Licht, hier sollte man aussteigen, oder hier vielleicht, und… tut es nicht.

PICT8837Die südsächsichen Berge, eine Suppe in einem geisterhaft leeren Glashütten. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Grenze. Unfreiwillig aber begeistert ein Stück an der Labe entlanggegondelt. Nochmals tanken. Entgegen erster Idee doch kein Abstecher nach Budweis.

Ein Beinah-Mitternachtssnack in Znojmo, dann geht es erstaunlich schnell. Wien steht noch. Nur 8 Autostunden zwischen dort und hier. Jetzt ein Manöverschluck* : “Ein Wunder, dass man hier noch heraußen sitzen kann”, sagt der Sufi, “Warum?” frage ich. “Weil Wien nicht Berlin ist.” sagt der Sufi, “Wien ist aber auch nicht Grammatneusiedl!” sage ich. Wir lachen, wie man wohl nur nach ein paar hundert Kilometern im braven, aber langsamen Bulli lachen kann. Der Kellner zögert, bevor er uns das zweite Bier bringt.

Sturmscher Denkfehler: 1736 Fotos – und ich sehe nur die, die ich nicht gemacht hab. Die Nachbarn streiten sich ums Fernsehprogramm. Wiener Alltag, du hast mich wieder.

* Aus dem Seglerischen: Alkoholisches Getränk, das zur Feier erfolgreich abgewickelter Manöver getrunken wird.